Bauschaum-Killer: Kita-Erzieher hatten das Jugendamt schon vor zwei Jahren gewarnt

Dresden - Der Prozess gegen den mutmaßlichen Bauschaum-Killer am Landgericht Dresden. Laurent F. (55) soll seine Kinder Maya (†2) und Leo (†5) im Mai 2019 getötet haben (TAG24 berichtete). Laut Anklage handelte er aus Rache an seiner Frau Marieta S. (27), weil die sich getrennt hatte. Jetzt sagten Betreuer und Helfer von Kita und Jugendamt aus.

Der Vater wurde nach der mutmaßlichen Tat sofort verhaftet.
Der Vater wurde nach der mutmaßlichen Tat sofort verhaftet.  © Peter Schulze

Marieta, die mit den Kindern sogar ins Frauenhaus geflohen war, trennte sich im Frühjahr 2018 von Laurent. 

Kurz danach gab es in der Kita, die Leo besuchte, ein Beratungsgespräch mit den Eltern. Das verlief schwierig. "Einerseits meinte der Vater, alle würden mit dem Finger auf ihn zeigen. Was nicht stimmte. Andererseits drohte er mit Sätzen wie: 'Noch ist alles ruhig, aber das ist nicht mehr lange so'", erinnerte sich Kindergärtner Daniel M. im Gericht. 

Im Protokoll hielten die Betreuer ihre Hypothesen fest: Demnach wirkte Laurent F. paranoid, könne eine Entführung planen oder der Mutter etwas antun wollen. Die Erzieher meldeten diesen "Kinderschutzfall" ans Jugendamt.

Und fortan kümmerte sich Familienhelferin Ana S. (50) fast rund um die Uhr um Marieta und die Kinder. Sie erlebte mit, wie Laurent, der sich an keinerlei Umgangsregeln hielt, mit dem Rad Mutter und Kinder umkreiste und ihr mit Gesten bedeutete: "Ich hab Dich im Blick." 

Sie berichtete, wie der kleine Leo vom Vater instrumentalisiert wurde. "Du musst Papa wieder heiraten. Dann schenkt er Dir auch einen Diamanten", soll das Kind der Mutter offeriert haben. "Der Vater verweigerte jede Zusammenarbeit. Er sagte, er lasse sich zu nichts zwingen", so die Betreuerin.

Deshalb legte im April 2019 das Familiengericht Umgangsregeln fest. Ein Beschluss, an den sich Laurent zu halten hatte. Wenige Tage später waren seine Kinder tot. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Peter Schulze

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