Beleidigt, bespuckt, geschlagen! Machte dieser Vater seinem Sohn das Leben zur Hölle?

Dresden - Tyrann im Gericht - und zu Hause? Musa E. (51) soll seinen ältesten Sohn so lange und heftig beleidigt, geschlagen und erniedrigt haben, bis dieser sich freiwillig mit 16 Jahren in die Inobhutnahme des Dresdner Jugendamtes begab. Das streitet der sechsfache Vater zwar ab, schimpfte und drohte am Dienstag von der Anklagebank aber munter weiter.

Musa E. (51) soll seinen ältesten Sohn über Jahre misshandelt haben.
Musa E. (51) soll seinen ältesten Sohn über Jahre misshandelt haben.  © Peter Schulze

Am 24. Mai 2018 ging Abbas E. (heute 19, Name geändert) nicht mehr zurück nach Hause: Er hatte dem Schulsozialarbeiter gestanden, dass er seit zweieinhalb Jahren regelmäßig von seinem Vater Musa geschlagen wird und nahm danach das Angebot zum Einzug beim Kind- und Jugendnotdienst an.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Tschetschene seinen Sohn fünfmal mit einem Stock, einmal mit einem Gürtel und viermal mit Händen und Füßen attackiert haben. Platzwunden, blaue Flecken, Narben und psychische Probleme sollen davon zurückgeblieben sein.

Außerdem hat er seinem Sohn laut Anklage ins Gesicht gespuckt, ihn beleidigt und gesagt, er solle unter eine Bahn springen.

Letzteres gab Musa vor Gericht zu, alles andere stritt er ab: "Ich spucke nicht auf Menschen", sagt er aufbrausend. "Ich habe noch nie einen Menschen geschlagen!" Vielmehr verdächtigt er das Jugendamt und die Freundin des Sohnes, ihn zu diesen Aussagen angestiftet zu haben.

Dass er in der Gorbitzer Wohnung mit harter Hand herrschte, ließ er aber durchblicken: "Ich erlaube in meiner Familie nicht, bestimmte Dinge zu tun!", sagte er. "Zum Beispiel in der Bibliothek zu stehlen." Genau das hatte die Polizei dem Sohn im Mai vorgeworfen, danach soll die Lage eskaliert sein.

Musa E. gab sich auch im Gericht keine Mühe, seine Aggressionen zu verstecken: Eine Jugendamtsmitarbeiterin beschimpfte er als Satanistin, eine Polizistin schrie er an und stand dann einfach von der Anklagebank auf. Auch seine Mütze wollte er nur nach lautstarkem Protest abnehmen. Urteil folgt.

Titelfoto: Peter Schulze

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