Benz-Käufer erpresst? Knatsch um Quittung ein Fall für den Richter

Dresden - Der Knatsch um eine Quittung im Autohandel war jetzt ein Fall für die Amtsrichterin. Laut Anklage hatte Mitarbeiter Andreas D. (55) mit Wissen seines Chefs Peter R. (52) versucht, einen Benz-Käufer zu erpressen.

Peter R. (52, l.) und Andreas D. (55) kamen zum "kurzen Prozess" ins Gericht. Das Verfahren gegen beide wurde ganz fix eingestellt.
Peter R. (52, l.) und Andreas D. (55) kamen zum "kurzen Prozess" ins Gericht. Das Verfahren gegen beide wurde ganz fix eingestellt.  © Montage: Steffen Füssel

Der Reihe nach: Einst kaufte ein Dresdner bei Peter R. einen alten Benz. Den brachte er fünf Monate später zur Reparatur.

Als der Kunde den Wagen wieder abholen wollte, bat Andreas ihn, ein Formular zu unterschreiben. Darin stand, dass aus Kulanz repariert wurde. Laut Anklage war die Formulierung so gewählt, um künftige Gewährleistungsansprüche zu verhindern.

Der Benz-Käufer jedenfalls unterschrieb nicht. So aber hätte der Mitarbeiter keinen Beleg für die Herausgabe des Wagens gehabt.

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Daraufhin stellte er sich mit seinem eigenen fahrbaren Untersatz auf dem Gelände des Autohandels vor den Benz. Zwei Stunden konnte so niemand vom Hof. Peter R., so die Anklage, habe davon gewusst.

"Es ging um eine ganz normale Quittung, die er nach Paragraf 368 BGB verlangen kann", argumentierte Strafverteidiger Hans Theisen in dem kurzen Prozess.

Denn weil die mutmaßliche Tat zwei Jahre zurückliegt, beide Herren nicht vorbestraft sind und der Nachweis einer kriminellen Handlung schwer gewesen wäre, stellte die Richterin das Verfahren ein. Übrigens: Der Benz-Fahrer war als Zeuge geladen. Er kam gar nicht erst ...

Titelfoto: Montage: Steffen Füssel

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