Bewaffnet zur Gedenk-Demo: Messer-Mann droht Knast

Dresden - Zum Gedenktag mit Protektor-Handschuhen und Keramik-Messer? Am Amtsgericht Dresden muss sich Enrico B. (38) wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz verantworten.

Enrico B. (38) hatte sich wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz vor Gericht zu verantworten.
Enrico B. (38) hatte sich wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz vor Gericht zu verantworten.  © Steffen Füssel

Der Leipziger Mediengestalter kreuzte am 75. Jahrestag der Bombardierung Dresdens mit derlei "Hausrat" auf. Nun steht mehr für ihn auf dem Spiel, als ihm lieb ist.

"Wir bekamen die Meldung, dass eine Gruppe von gut 15 Mann vom Hauptbahnhof Richtung Skaterpark kommt", so ein Bereitschaftspolizist, der mit Kollegen die Truppe im Auge hatte. "Es war eher rechtes Spektrum." Enrico habe "verstärkte Handschuhe" getragen, weshalb er kontrolliert wurde.

Zwar seien die Handschuhe vor Ort dann vorerst für nicht gefährlich eingestuft worden, eine Personenkontrolle inklusive Durchsuchung gab es dennoch. Dabei fand sich in der linken Brusttasche das Keramikklappmesser mit einer Klingenlänge von über sechs Zentimeter.

Enrico, der nach Angaben seines Anwalts in letzter Zeit Opfer von Anschlägen wurde, schweigt zu den Vorwürfen.

Sein Verteidiger drängt gar auf eine Einstellung des Verfahrens. Denn eine Durchsuchung sei weder angezeigt noch nötig gewesen. Die gefundenen Beweismittel (Messer und Handschuhe) dürften so nicht verwendet werden.

Hintergrund: Bei der Aktion stand Enrico unter Bewährung. Bei einer Verurteilung könnte die Bewährung widerrufen werden. Dann drohen ihm aus dem früheren Urteil zusätzlich zehn Monate Haft. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Steffen Füssel

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