Blutiger Religionsstreit: Täter schwänzt Prozess

Dresden - Glaubenskrieg in der Asylunterkunft. Weil ein Bewohner zum Christentum konvertierte, "stellte" ihn Omar S. (30) "zur Rede". Nun sollte sich der Tunesier wegen gefährlicher Körperverletzung am Amtsgericht verantworten.

In der Asylunterkunft in der Hamburger Straße kam es zum Streit.
In der Asylunterkunft in der Hamburger Straße kam es zum Streit.  © Tino Plunert

Laut Anklage kam es im Februar 2019 in der Unterkunft in Dresden (Hamburger Straße) zu dem Vorfall.

Omar und ein Mittäter sollen das Opfer abgepasst und "wegen dessen Konvertierung zum Christentum zur Rede gestellt" haben.

Der Bewohner wurde getreten und beschimpft. Omar habe dann sogar eine Rasierklinge gegriffen, das Opfer damit verletzt, ihm mit dem Tode bedroht.

Zum Prozess erschien Omar nicht. Inzwischen ist er im Heim in Klingenberg gemeldet.

Dort fragte die Richterin nach, aber auch da war er nicht.

Ein Urteil gab es für den bisher nicht vorbestraften Mann trotzdem. Die Justiz hat dann nämlich noch die Möglichkeit, per Strafbefehl, sozusagen in Abwesenheit, zu urteilen.

Und so wurden sieben Monate Haft verhängt, zur Bewährung ausgesetzt.

Titelfoto: Tino Plunert

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