Corona-Sünder muss 1000 Euro Strafe zahlen, weil er im Garten war

Pirna - Teures Bußgeld! Ein Sachse muss nun 1000 Euro Strafe zahlen, weil er seinen Garten trotz positivem Corona-Test aufsuchte.

Christian H. (51) muss 1000 Euro Bußgeld bezahlen.
Christian H. (51) muss 1000 Euro Bußgeld bezahlen.  © Peter Schulze

Wer die Quarantäne-Anordnung ignoriert, wird mächtig zur Kasse gebeten. Bis zu 25.000 Euro Bußgeld können fällig sein.

Christian H. (51) aus Bad Gottleuba sollte 2000 Euro zahlen, weil er statt zu Hause im Garten war. Er wehrte sich gegen diesen Bescheid am Dienstag beim Amtsgericht Pirna. Mit mäßigem Erfolg.

Im Frühjahr war der Musiker positiv getestet worden, musste zum Glück nicht ins Krankenhaus, sollte aber per sogenanntem Absonderungsbescheid 14 Tage zu Hause bleiben.

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"War ich ja", so Christian H. "Aber der Gartennachbar rief an, wir müssten in der Anlage die Wasserleitungen prüfen. Ich musste hin, den Hahn aufdrehen. Ich trug extra FFP3-Maske, Handschuhe und hatte Desinfektionsmittel mit. Es sind doch nur ein paar Meter bis zum Garten."

Richter Jürgen Uhlig (63) zeigte kein Verständnis.

"Es ist egal, wie weit der Garten weg ist. Sie haben sich über die Anordnung hinweggesetzt! Ich wüsste nicht, wo die Notwendigkeit lag, die zu ignorieren."

Anwalt stellt PCR-Test infrage: Richter droht plötzlich mit Haftstrafe!

Die Kleingartensparte zählte laut Amt nicht zum "Quarantäne-Standort".
Die Kleingartensparte zählte laut Amt nicht zum "Quarantäne-Standort".  © Peter Schulze

Christian H.s Anwalt versuchte, mit Fundstellen aus dem Netz den PCR-Test und damit die Anordnung infrage zu stellen.

Uhlig konterte: "Quersuchen statt querdenken ..." Und er legte mit klaren Worten nach: "Bisher geht es hier um den Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz. Aber ich denke über den Tatbestand der versuchten Körperverletzung nach."

Analog zu HIV-Infizierten, die wider besseres Wissen das Virus weitergeben. "Da geht es bei sechs Monaten Haft los", so der Richter. Daraufhin lenkte Christian H. ein, bat aber um eine geringere Strafe. Logisch: Wegen der Pandemie und somit ausfallender Gigs hat er derzeit keine Gagen.

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Der Richter halbierte die Strafe auf 1000 Euro. "Weniger ist aber nicht drin", so Uhlig.

Titelfoto: Bildmontage/Peter Schulze

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