"Da hätte Gott weiß was passieren können": Feuerteufel dankt der Feuerwehr

Dresden - Rollkragen, Sakko, seriöses Auftreten. Der Mann, der Dienstag zum Prozess am Landgericht Dresden erschien, hat nichts gemein, mit dem, der im April völlig desolat von der Polizei aufgegriffen wurde. 

Felix W. (24) ist derzeit in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht, kam in Begleitung von Betreuern zum Prozess.
Felix W. (24) ist derzeit in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht, kam in Begleitung von Betreuern zum Prozess.  © Peter Schulze

Damals hatte Felix W. (24) im Wahn die Wohnung seiner Mutter an der Albertstraße in Dresden angezündet. Jetzt sollen die Richter entscheiden, ob der an Schizophrenie leidende Mann dauerhaft untergebracht werden soll.

Eine Woche lang hatte er nicht geschlafen. "Alles machte mir massive Angst", so Felix, der schon länger am "Klima" in der Stadt litt. "Pegida, die ständigen Kontrollen von Polizisten, weil ich eine dunkle Hautfarbe habe", so der Angeklagte. 

"Alles drückte auf meine Stimmung", so Felix, der auch zahlreiche familiäre Probleme hatte. "Ich zog mich zurück, nahm keine Hilfe an. Das war ein Fehler", sagte er.

Und so zündete er im April abends den Flügel seiner Mutter in der Wohnung an, weckte die Eltern, um sie zu warnen. Während sie die Nachbarn alarmierten, floh der verwirrte Sohn an die Elbe. Die Feuerwehr musste elf Bewohner evakuieren. 

Im April brannte die Wohnung an der Albertstraße lichterloh, vier Hausbewohner kamen ins Krankenhaus.
Im April brannte die Wohnung an der Albertstraße lichterloh, vier Hausbewohner kamen ins Krankenhaus.  © Roland Halkasch
Insgesamt waren 58 Kameraden der Feuerwehr im Einsatz, um den Brand zu löschen.
Insgesamt waren 58 Kameraden der Feuerwehr im Einsatz, um den Brand zu löschen.  © Roland Halkasch

Felix kam später zurück, wurde festgenommen, kam in eine Psychiatrie. Dort ordnet er seither sein Leben. "Ich danke für ihren Einsatz. Da hätte Gott weiß was passieren können. Ich entschuldige mich bei allen Hausbewohnern. Ich kann nur sagen, ich war nicht Herr meiner Sinne." Urteil folgt. 

Titelfoto: Roland Halkasch, Peter Schulze (Montage)

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