"Dich hätte man abtreiben sollen": Hat der rabiate Stiefvater seine Söhne verprügelt?

Dresden - "Ich liebe meine Kinder und auch die meiner Lebensgefährtin", beteuerte Thomas F. (41) im Amtsgericht Dresden.

Thomas F. (41) beteuerte im Amtsgericht seine Unschuld.
Thomas F. (41) beteuerte im Amtsgericht seine Unschuld.  © Peter Schulze

Die Anklage dagegen wirft dem Gerüstbauer vor, die fünf Kinder über Jahre psychisch und physisch massiv traktiert zu haben. "Es ging ihm nicht um Erziehung, sondern um willkürliche Gewalt", referierte die Staatsanwältin.

Seit acht Jahren führt Thomas F. mit der Kindsmutter eine On-off-Beziehung. "Wir können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander", so der Angeklagte. 

"Die Kinder sind natürlich deshalb durcheinander. Mal ist der Papa da, mal nicht. Aber wir haben ein Superverhältnis", erklärte er, gab aber zu, die Kinder seit Monaten nicht mehr gesehen zu haben. 

Und warum seine beiden Stiefsöhne zwischenzeitlich in Wohngruppen untergebracht wurden, konnte er auch erklären: "Das lag an den Jungs. Ihre Mutter kam mit ihnen nicht klar."

Laut Anklage schlug und würgte Thomas die Kinder, die Striemen waren tagelang sichtbar. "Niemals! Das war nur ein Klaps auf den Hinterkopf als Denkanstoß." 

Schimpfwörter wie "Missgeburt" oder unsägliche Sätze wie "Dich hätte man abtreiben sollen", habe er maximal seiner Frau gegenüber geäußert. 

"Aber das warf ich nie den Kindern an den Kopf." Der Prozess wird nun fortgesetzt und die Familie wird wohl im Zeugenstand aussagen müssen. 

Titelfoto: Peter Schulze

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