Die Einbrecher aus dem Wettiner-Wald: Jetzt müssen sie zum Arbeitseinsatz beim Sachsen-Prinzen

Dresden - Völlig sinnfrei und obendrein kriminell. So war die Aktion von Sarah M. (20, Name geändert) und Tim T. (19, Name geändert) im August 2019. Zusammen mit einem Kumpel klauten sie aus der Wettinischen Forstverwaltung in Coswig Technik und zerlegten ein Forstfahrzeug. Nun sitzt das Duo vor der Amtsrichterin in Meißen.

Sarah M. (20) wollte eigentlich Polizistin oder Ärztin werden. "Das habe ich mir wohl verbaut", so die Arbeitslose.
Sarah M. (20) wollte eigentlich Polizistin oder Ärztin werden. "Das habe ich mir wohl verbaut", so die Arbeitslose.  © Holm Helis

Kettensägen, Hobelbank, Akkuschrauber, Freischneider, Stichsäge: Fast das gesamte Lager wurde über Nacht leer geräumt.

Tim hatte das Gelände mit einem Bekannten entdeckt, ausgekundschaftet und schon mal sein Auto für den Abtransport der Beute in der Nähe geparkt. "Dann haben wir Sarah und ihren Freund überredet, mitzumachen", sagte der Kommissionierer.

"Sarah und ich fuhren nach der Tat in meinem Auto die Beute in die Garage eines Bekannten", sagte Tim.

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Derweil probierte einer der anderen Täter, den Mitsubishi-Geländewagen der Waldarbeiter zu fahren. Schrammte durch den Wildzaun und zerlegte das Auto. Schaden: satte 20.000 Euro.

Nur Tage später ermittelte die Polizei die Beute-Garage. "Der Herr Prinz hat alles wiederbekommen", so Tim kleinlaut, der zur Aussprache bei Prinz Daniel (45) und dessen Vater Rüdiger von Sachsen (67) war.

Kein Wunder: Dringend nötige Waldarbeiten wegen Borkenkäferbefall und Sturmschäden konnten tagelang nicht erledigt werden, weil die Arbeiter ohne Technik nicht einsatzfähig waren.

Tim T. (19) rückte alle geklauten Gerätschaften an die Wettiner wieder raus und will freiwillig im Wald mitarbeiten.
Tim T. (19) rückte alle geklauten Gerätschaften an die Wettiner wieder raus und will freiwillig im Wald mitarbeiten.  © Holm Helis
Daniel Prinz von Sachsen (45) bekam unter anderem zehn Kettensägen zurück.
Daniel Prinz von Sachsen (45) bekam unter anderem zehn Kettensägen zurück.  © Steffen Füssel
Demoliert am Wildzaun wurde der Forst-Mitsubishi damals aufgefunden. Die Einbrecher hatten versucht, damit durch die Umfriedung zu fahren.
Demoliert am Wildzaun wurde der Forst-Mitsubishi damals aufgefunden. Die Einbrecher hatten versucht, damit durch die Umfriedung zu fahren.  © privat

Beim sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich versprach der Ganoven-Trupp dem Prinzen, im Wald zu arbeiten. Als Wiedergutmachung.

Aber Obacht: Sarah wurde schon einmal zu Arbeitsstunden verdonnert und fälschte prompt die Bescheinigung, was ihr eine neue Anklage einbrachte.

Und: Trotz des möglichen Arbeitseinsatzes wird es noch ein Urteil geben. Es soll in der kommenden Woche fallen. Gegen die anderen Täter wird gesondert verhandelt.

Titelfoto: Holm Helis (2)

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