Doppelmord an seinen Kindern: Höchststrafe für Bauschaum-Killer gefordert

Dresden - Lebenslang Haft wegen Doppelmordes an seinen Kindern Leo (†5) und Maya (†2). Diese Strafe forderte am Dienstag am Landgericht Dresden der Staatsanwalt für Laurent F. (56). Der Franzose hatte im Mai 2019 seine Kinder gewürgt und ihnen Bauschaum in die Münder gespritzt. 

Staatsanwalt Till von Borries (54) hielt ein gut zweistündiges Plädoyer.
Staatsanwalt Till von Borries (54) hielt ein gut zweistündiges Plädoyer.  © Ove Landgraf

Außerdem habe er versucht, am Tattag auch seine Ex-Frau Marita S. (27) zu ermorden. Die Frau hatte er im Hausflur gewürgt und geschlagen.

"Ich werde die Höchststrafe beantragen", sagte Staatsanwalt Till von Borries (54) zu Beginn seines zweistündigen Plädoyers. 

Demnach hatte Laurent F. die Taten begangen, um Rache an seiner Frau zu nehmen, die sich scheiden lassen wollte. "Dem Ganzen ging massives Stalking voraus", so der Staatsanwalt. "Er hat die Frau als sein Eigentum betrachtet."

Seit Februar wurde gegen Laurent verhandelt, zahlreiche Zeugen und Sachverständige vernommen. 

Auch der Angeklagte sprach. Mehrere Tage lang versuchte er klar zu machen, dass er seine Kinder geliebt habe, ihnen nie etwas habe antun wollen. 

An die Tat könne er sich nicht erinnern: "Dass ich meine Kinder getötet habe, ist Realität. Aber ich erinnere mich nicht", sagte Laurent F. im Prozess.

Angeklagter sei bis heute nicht bereit, seine Schuld einzugestehen

Der Angeklagte Laurent F. (55, links) mit seinem Verteidiger Andreas Boine.
Der Angeklagte Laurent F. (55, links) mit seinem Verteidiger Andreas Boine.  © Ove Landgraf

"Was der Angeklagte hier sagte, ist kein Geständnis. Mit Reue hat das nichts zu tun. Er redete zwar viel. Aber das wurde den Opfern nicht gerecht", konstatierte von Borries. 

Bis heute sei er nicht bereit, seine Schuld einzugestehen. Im Gegenteil, versuche er nach wie vor, die Schuld auf seine Frau abzuwälzen.

Minutiös konnte der Staatsanwalt den Tattag nachvollziehen. 

Das letzte Eis der Kinder, die letzten Runden auf dem Rad von Leo im Hof. Laurent F. schickte an dem Tag zahlreiche Nachrichten an Bekannte und an Marieta. 

Außerdem wurde Laurent F. an diesem Tag wegen eines Drogendeliktes observiert. 

Die Fahnder konnten aber keinen Haftbefehl erwirken, um den Franzosen deshalb festzunehmen. Um 16.05 Uhr wurde die Observation abgebrochen. Eine Stunde später waren die Kinder tot...

Danach lockte der hochgradig eifersüchtige Mann laut Staatsanwalt seine Ex-Frau zu sich, um über sie mit den Worten "Heute wirst du sterben", herzufallen.

"Bei allen drei Taten war der Angeklagte voll schuldfähig. Von Affekt kann überhaupt keine Rede sein. Er handelte zielgerichtet", so von Borries. "Es ging ihm darum, seine Familie auszulöschen. Er hat den Tod der Kinder inszeniert. Es war Mord an den Kindern und versuchter Mord an der Frau! Er konnte mit dem Lebensbankrott nicht umgehen. Er handelte aus Besitzdenken heraus."

Lebenslange Haft gefordert, Urteil folgt

Deshalb forderte Till von Borries lebenslange Haft und die Feststellung der Schwere der Schuld, womit ein vorzeitiges Entlassen aus der Haft unmöglich wird. Urteil folgt.

Zuvor hatte am Dienstag Verteidiger Andreas Boine ein neues psychiatrisches Gutachten für seinen Mandanten gefordert. Der bisher gehörte Experte sah weder Anzeichen für eine Affekthandlung noch eine Krankheit des Laurent F., die auf eine Schuldunfähigkeit hinweisen würde.

Ein anderer Gutachter könnte das aber sicher feststellen. Diesen Antrag lehnte die Kammer nach vierstündiger Beratung ab. Am Freitag plädiert der Verteidiger.

Titelfoto: Ove Landgraf

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