Betrug! Als Nick zockte er Baufirmen ab, als Conny wurde sie verurteilt

Dresden - Ein schmuckes neues Häuschen bauen, ohne einen Cent in der Tasche zu haben? Eigentlich unmöglich, doch Nick* (35) versuchte es in Bühlau trotzdem. Zwischenzeitlich wurde aus Nick eine Frau und heißt jetzt Conny*. Für "Nicks" Schandtaten wäre sie jetzt fast hinter Gittern gelandet, denn der Richter im Dresdner Amtsgericht urteilte die unbezahlten Aufträge von ihm/ihr als klaren Betrug ab.

Hier wollte Conny eigentlich bauen, hatte dafür aber gar kein Geld.
Hier wollte Conny eigentlich bauen, hatte dafür aber gar kein Geld.  © Steffen Füssel

Am 28. Dezember 2015 ging die Sache los: Für das Grundstück in Dresden-Bühlau beauftragte Conny, damals noch ein Mann unter dem Namen Nick, ein Büro, die Planungen für ein neues Haus zu übernehmen.

Das Büro kam dem nach, doch die 4760-Euro-Rechnung ist bis heute offen. Ein knappes Jahr später bestellte Conny für das geplante Haus eine Betonzisterne für 25.552,40 Euro.

Auch die kam, wurde aber nie bezahlt. Damit die Zisterne auch verbaut werden konnte, ließ die gelernte Köchin Bagger kommen und arbeiten. Auch diese Firma sitzt jetzt auf einer unbezahlten Rechnung von 6207,16 Euro.

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Die säumige Schuldnerin rechtfertigt sich damit, dass eigentlich der Vater die Rechnungen übernehmen sollte, dieser dann aber überraschend verstarb. Wenig glaubwürdig, denn der Verstorbene hatte selbst noch Zahlungen offen.

Auch war spätestens nach der ersten Tat klar, dass vom Vater kein Geld kommen kann. "Ich sehe das ein", so Conny am Ende des Prozesses. "Ich bin bereit, mein Leben zu ordnen, und wenn es wieder läuft, alles finanziell auszugleichen."

Zusammen mit einem Strafbefehl wegen nicht bezahlter Möbel, kassierte sie am gestrigen Freitag wegen zweifachen Betrugs ein Jahr und vier Monate Haft auf Bewährung. Die nicht bezahlte Hausplanung 2015 wurde eingestellt.

*Namen von der Redaktion geändert

Am gestrigen Freitag musste sich Conny (35) wegen Betrugs vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.
Am gestrigen Freitag musste sich Conny (35) wegen Betrugs vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.  © Steffen Füssel

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