Putzmittel in der Wasserflasche: Putzfrau soll versucht haben, Chefin zu vergiften

Dresden - Weil sie versucht haben soll, ihre Chefin mit Spülmittel zu vergiften, musste sich Putzfrau Thanh R. (58) am Freitag vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Doch Beweise gab es nicht. Logisches Urteil: Freispruch!

Theaterkahn-Putzfrau Thanh R. (58) wurde am Freitag vor dem Amtsgericht freigesprochen.
Theaterkahn-Putzfrau Thanh R. (58) wurde am Freitag vor dem Amtsgericht freigesprochen.  © Peter Schulze

Laut Anklage kippte die Putzfrau vom Theaterkahn ihrer Chefin ein tensidhaltiges Reinigungsmittel in ihre angebrochene Wasserflasche.

Die Assistentin der Geschäftsführung hatte daraus tatsächlich getrunken, den zweiten Schluck nach eigenen Angaben "über den Schreibtisch gespuckt".

Thanh R. schwieg zu den Vorwürfen. Auch das Opfer hatte keine Erklärung: "Ich weiß nicht, wer das Spülmittel in die Flasche gefüllt hat", so die Geschädigte.

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"Sie stand übers Wochenende angebrochen auf meinem Schreibtisch. Da ist immer viel Betrieb auf dem Kahn."

Weil es in den vergangenen Jahren immer mal wieder Unstimmigkeiten zwischen Thanh und ihrer Chefin gegeben hatte, geriet die Reinigungskraft offenbar ins Visier der Staatsanwaltschaft.

Der Noch-Ehemann der gebürtigen Vietnamesin, der auch auf dem Kahn arbeitet, setzte noch einen drauf: Wie ihr Verteidiger mitteilte, gab er bei der Polizei an, sie habe gelacht, als sie von dem Vorfall erfuhr. Doch bei Gericht verweigerte der Ehemann die Aussage.

Zwar wurde die Flasche auf Schadstoffe untersucht, offenbar aber nicht auf Fingerabdrücke. So gab es keinerlei Beweise, die die Frau hätten überführen können.

Titelfoto: Peter Schulze

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