Rentner nach Hass-E-Mail an transsexuelle Grünen-Abgeordnete verurteilt

Dresden - Ein 65-jähriger Dresdner muss eine Geldstrafe zahlen, weil er einer transsexuellen Grünen-Politikerin Hassbotschaften geschickt hat.

Manfred S. (65) musste gestern wieder wegen Beleidigung vors Amtsgericht.
Manfred S. (65) musste gestern wieder wegen Beleidigung vors Amtsgericht.  © Peter Schulze

Viele bewegte es, mindestens einen brachte es zum Hass: Im November 2018 machte die bayerische Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer (43, Grüne) ihre Transsexualität öffentlich, 2019 nahm sie schließlich den weiblichen Namen an.

Das trieb in Dresden Manfred S. (65) erst zur Weißglut, dann an den Rechner. Die folgende E-Mail wird nun teuer für ihn.

Als angepasst kann man den Rentner wirklich nicht bezeichnen: Mit seinem Fahrrad mit Anhänger ist er besonders in der Neustadt bekannt, lebt als Aussteiger von EU-Rente, sammelt und verkauft nebenbei etwas Buntmetall.

Auf der anderen Seite musste er schon anderthalb Jahre in den Knast, weil er seiner Ex-Freundin trotz Verbots und Bewährungsstrafe penetrant nachgestellt hatte.

Mittlerweile hat er zum Glauben gefunden. Ob dieser ihn zu seiner Hass-E-Mail trieb, ist unklar: Anfang 2019 schrieb er an die Grünen-Fraktion, sie seien übergeschnappt.

Nicht nur, dass jetzt Ausländer in der Regierung wären, jetzt auch noch eine "Transe". Er hoffe, sie würde bald einem Lawinen-Unglück oder einem Verkehrsunfall zum Opfer fallen.

Grünen-Politikerin Tessa Ganserer (43) wurde zum Ziel der digitalen Hassattacke.
Grünen-Politikerin Tessa Ganserer (43) wurde zum Ziel der digitalen Hassattacke.  © picture alliance/dpa

Manfred S. entschuldigt sich für Hass-Mail: "Das ist mir hochnotpeinlich"

Die Abgeordnete ließ sich das nicht bieten, zeigte den Sachsen an. Manfred F. gestand am Mittwoch vor dem Amtsgericht Dresden sofort, die E-Mail habe seiner damaligen Einstellung entsprochen.

"So etwas sagt man einfach nicht. Ich unterstütze die Forderung der Staatsanwaltschaft, bitte aber, das Bußgeld auf ein Minimum zu reduzieren", zeigte er sich reumütig.

"Das ist mir hochnotpeinlich, ich entschuldige mich in aller Form." Urteil: 300 Euro Strafe.

Titelfoto: Peter Schulze

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