Dresdnerin wird Fall fürs Gericht: Ehezoff mit Kaffeekanne und 14-Zentimeter-Messer

Dresden - Erst flog Geschirr, dann trat die Justiz auf den Plan. Weil sich ein Ehepaar handfest zoffte, landete die Gattin auf der Anklagebank im Amtsgericht. Der Ehemann musste als Zeuge aussagen. Immerhin: Der Ehekrach ist beigelegt.

Lisa Marie (23, r.) und Steven K. (28) stritten so heftig, dass erst die Polizei kam und dann auch noch die Justiz einschritt.
Lisa Marie (23, r.) und Steven K. (28) stritten so heftig, dass erst die Polizei kam und dann auch noch die Justiz einschritt.  © Montage: Peter Schulze (2)

Im August 2021 flogen bei Lisa Marie (23) und Steven K. (28) mächtig die Fetzen. Dabei schleuderte die Gattin laut Anklage eine Kanne mit frisch gebrühtem Kaffee nach ihrem Liebsten, traf ihn am Bein. Später griff sie noch zu einem Messer (Klinge: 14 cm).

Beim Versuch, Lisa Marie diese Waffe zu entreißen, wurde Steven an zwei Fingern verletzt.

"Wir haben wieder gestritten. Ich weiß nicht mehr, warum", so die Angeklagte. "Er hat ständig gekifft, ich wollte das nicht, deshalb gab es oft Streit. Er wollte, dass ich gehe, ließ mich aber nicht. Er schubste mich durch die Wohnung, da hab ich die Kaffeetasse geworfen. Der Fleck ist noch an der Wand."

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Kraftfahrer Steven, der derzeit eine Drogentherapie macht, erinnerte sich weder an fliegende Tassen noch an Kannen.

"Bei dem Streit ging doch nichts kaputt", überlegte er. Er habe seiner Frau nur das Messer weggenommen, sich dabei verletzt. "Möglich, dass sie sich vorher von mir bedroht fühlte."

Derzeit ist das Verhältnis bei Familie K. angeblich entspannt. "Er ist ja zur Therapie und nicht da", so Lisa Marie, die ihrerseits eine Psychotherapie absolviert.

Außerdem waren beide zur Paartherapie. Anlass genug für die Amtsrichterin, das Verfahren einzustellen.

Titelfoto: Montage: Peter Schulze (2)

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