Durch ein Missgeschick zum Großdealer? Neustädter Szenekneiper packt aus

Dresden - Durch ein Missgeschick zum Großdealer? Glaubt man dem Neustädter Szenekneiper Sebastian T. (41), war genau das der Grund, warum bei ihm kiloweise Drogen über den Ladentisch gingen.

Szenekneiper Sebstian T. (41) räumte am Mittwoch ein, kiloweise Drogen gekauft zu haben.
Szenekneiper Sebstian T. (41) räumte am Mittwoch ein, kiloweise Drogen gekauft zu haben.  © Franz Maler

Als einer der wenigen Verhafteten der EncroChat-Razzia vom Januar gab er am Mittwoch umfangreich Auskunft über die Deals.

Drogen konsumierte Sebastian T. eigenen Angaben zufolge schon länger, richtig schlimm wurde es jedoch, als 2017 sein Vater, 2019 seine Mutter starb: "Ich nahm Kokain zum Arbeiten", sagt er. "Und Cannabis zum Runterkommen."

Um billig an den Stoff zu kommen, bildete sich eine Art Einkaufsgemeinschaft in Dresden.

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Sebastians mittlerweile verstorbener Kumpel Daniel nahm Bestellungen entgegen, kassierte das Geld und holte damit aus Berlin Drogen.

Doch ebenfalls im Jahr 2019 ging dabei etwas schief: Daniel B. soll rund 50.000 Euro verloren haben, die allerdings die Berliner haben wollten.

"Er hat mich angerufen, ob ich ihm aus der Patsche helfen kann", so Sebastian T. Dieser bürgte anschließend für Daniel.

Doch konnte er selbst nicht zahlen und so sollen die Berliner Großdealer ihn gezwungen haben, jeden Monat drei Kilo Cannabis abzukaufen - und zwar für 50 Cent mehr pro Gramm! Außerdem sollte er in Dresden ein Depot anlegen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Franz Maler

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