E-Biker will Polizist in die Wade beißen: Verurteilt!

Pirna - Schlimm genug, dass Michael H. (49) mit 2,14 Promille auf dem E-Bike durch Pirna fuhr. Als ihn die Polizei zur Blutentnahme bat, flippte der arbeitslose Gärtner völlig aus und versuchte, einem Beamten in die Wade zu beißen. 

Im Amtsgericht Pirna musste sich der Wadenbeißer am Montag verantworten.
Im Amtsgericht Pirna musste sich der Wadenbeißer am Montag verantworten.  © Thomas Türpe

Nüchtern, aber kaum weniger aggressiv, hockte der Wüterich nun vor der Amtsrichterin in Pirna und schimpfte über "die absurden Vorwürfe".

Ende November 2019 machte sich Michael nach "ein paar Glühwein und einigen Bierchen" vom Weihnachtsmarkt mit dem E-Bike auf nach Hause. 

An der Dippoldiswalder Straße wurde er kontrolliert. Weil Michael H. schwankte, eine Fahne hatte und der Alkomattest mehrmals schieflief, ging es zur Blutentnahme ins Krankenhaus.

Dort versuchte er erst zu fliehen, lieferte sich dann im Behandlungszimmer einen "Bodenkampf" mit Pfleger und Polizisten. "Er trat und schlug um sich", so ein Beamter. 

"Mein Kollege sagte mir später, er habe verhindert, dass mir der Beschuldigte auch noch in die Wade beißt. Das bekam ich in dem Chaos gar nicht mit."

Michael H., der im Prozess jedem ins Wort fiel, schimpfte: "Ich beiße nicht. Wenn da eine hübsche Frau gewesen wäre, dann ..." Und weiter: "Ich habe keine Gewalt verübt."

"Sie suhlen sich in Selbstmitleid"

Urteil: fünf Monate und 20 Tage Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Dafür muss Michael H. 150 Stunden gemeinnützig arbeiten. 

Die Richterin: "Sie suhlen sich in Selbstmitleid. Schuld sind immer die anderen." Prompt fiel er ihr wieder ins Wort: "Ich will das nicht hören", polterte er mit hochrotem Kopf und kündigte an, das Urteil anzufechten.

Titelfoto: Thomas Türpe

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