Er hatte Stimmen gehört: Lyriker zündete Wohnung an und tanzte ums Feuer

Dresden - Das hätte fürchterlich enden können!

Die Feuerwehr musste im Mai 2018 zum Otto-Reinhold-Weg ausrücken.
Die Feuerwehr musste im Mai 2018 zum Otto-Reinhold-Weg ausrücken.  © Roland Halkasch

Im Wahn zündelte Bernd K. (36) in seiner Wohnung in Leubnitz-Neuostra. Zum Glück konnten sich alle Hausbewohner des Plattenbaus am Reinhold-Otto-Weg in Sicherheit bringen. Jetzt sitzt der EU-Rentner auf der Anklagebank im Landgericht Dresden.

"Ich erinnere mich nicht", so Hobby-Lyriker Bernd K., der gern Gedichte schreibt. Vor einigen Jahren brach bei ihm die Krankheit der Schizophrenie aus. Aus Angst vor Medikamenten und deren Nebenwirkungen nahm er gar keine Medizin, trank stattdessen Alkohol oder nahm gelegentlich Drogen. 

"Ich dachte, ich krieg das selber in den Griff", erzählte der Angeklagte, der immer häufiger Stimmen hörte und schließlich im Mai 2018 sein Bett in der Wohnung anzündete, einen Stuhl ins Feuer warf und laut Zeugen auch noch um die Flammen tanzte (TAG24 berichtete)!

"Als wir vorfuhren, stand er am Fenster und winkte uns", erinnerte sich ein Polizist

"Im Rettungswagen drehte er völlig durch. Er rief ständig, der Teufel und die Parasiten wären jetzt tot, aber sein Teddy hätte es nicht geschafft." 

Angeklagter hat mittlerweile Familie gegründet

Hobby-Lyriker Bernd K. (36) hat offenbar keinerlei Erinnerungen mehr an seine Tat.
Hobby-Lyriker Bernd K. (36) hat offenbar keinerlei Erinnerungen mehr an seine Tat.  © Peter Schulze

Bernd K. wurde eingewiesen, dort auf Tabletten eingestellt. "Seit ich die Medizin nehme, die ich vertrage, geht es mir prima. Ich höre keine Stimmen mehr und habe mein Leben im Griff", sagte der Angeklagte, der inzwischen eine Familie gegründet hat.

Urteil folgt. 

Titelfoto: Roland Halkasch/Peter Schulze

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