Erkrankte Frau (35) aus Sachsen erstreitet früheren Impftermin

Dresden - Das Anti-Corona-Impfen hat noch gar nicht richtig begonnen, da kassiert der Freistaat eine Niederlage: Die Landesregierung muss im Einzelfall einer schwer kranken jungen Frau aus Sachsen eine höhere Priorität bei der Corona-Schutzimpfung einräumen. Das hat jetzt das Verwaltungsgericht Dresden entschieden.

In Ausnahmefällen werden jetzt auch Jüngere gegen Corona geimpft.
In Ausnahmefällen werden jetzt auch Jüngere gegen Corona geimpft.  © 123rf.com/instaphotos

Die 35-jährige Antragstellerin leidet an einer seltenen Erkrankung, die mit einer Schwäche der Atemmuskulatur und der Extremitäten einhergeht, erläutert das Gericht. Die Frau kann sich nur im elektrischen Rollstuhl fortbewegen.

Eine Infektion mit dem Virus würde einem ärztlichen Attest zufolge zu einem schweren Verlauf mit Beatmungsnotwendigkeit führen, argumentiert ihre Rechtsvertretung.

Die Mutter dreier Kinder lebt zu Hause und ist auf eine 24-Stunden-Intensivpflege angewiesen, die von bis zu acht verschiedenen Pflegern ausgeübt wird. Sie lebt von ihrem Mann getrennt. Die gemeinsamen Kinder werden von den Eltern im Wechsel betreut.

Bei der Vergabe des Impftermins wollte man die Frau weit nach hinten schieben.

Das Verwaltungsgericht Dresden schreibt Corona-Geschichte.
Das Verwaltungsgericht Dresden schreibt Corona-Geschichte.  © Thomas Türpe

Das Verwaltungsgericht hat den Freistaat verpflichtet, die Antragstellerin als "Anspruchsberechtigte höchster Priorität" zuzulassen und sie in diesem Rahmen bei der Impfreihenfolge zu berücksichtigen.

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