Falsche Texanerin machte einsamen Dresdner zum Geldwäscher

Dresden - Die Masche ist fies: Betrüger-Banden nutzen die Verzweiflung einsamer Herzen aus, bringen Menschen so um ihre Ersparnisse. Gibt es nichts mehr zu holen, machen sie die Opfer selbst zu Tätern. So geschehen bei Matthias P. (43), der erst abgezockt und dann angeklagt wurde.

Mathias P. (43) soll für die vermeintliche Liebschaft ein PayPal-Konto eingerichtet haben.
Mathias P. (43) soll für die vermeintliche Liebschaft ein PayPal-Konto eingerichtet haben.  © picture alliance/dpa

Im Internet lernte der Dresdner eine vermeintliche Texanerin kennen, die großes Interesse an ihm zeigte. Was er nicht wusste: Die Fotos, welche die Dame ihm schickte, waren die einer Porno-Darstellerin.

Und so kam die Online-Liebschaft recht schnell zum wahren Anliegen: Die Dame brauchte angeblich dringend Geld für eine Operation.

Der Dresdner hatte selbst wenig Geld - mehr als 440 Euro waren bei ihm nicht zu holen. Darum wurde er nun aufgefordert, Konten zur Verfügung zu stellen. Der Liebesblinde tat, wie im geheißen, schickte sogar eine Visa-Karte.

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Mithilfe eines Photoshop-Programms bastelten die Betrüger die Karte dem Porno-Star in die Hand, gaukelten so den Erhalt vor.

Dabei war die Bande - die laut einem Ermittler aus Ghanas Hauptstadt Accra operierte - nicht immer sorgfältig: In einem Bild, das das Abheben am Geldautomaten zeigen sollte, spiegelte sich in der Scheibe erkennbar ein Mann.

Matthias P. wurden mehrfach die Konten gesperrt, auch wurde er vor möglicher Geldwäsche gewarnt. Trotzdem machte der Dresdner weiter - und am Ende sogar noch etwas Gewinn dabei! Darum wertete die Staatsanwaltschaft zehn der Aktionen nicht mehr als leichtfertig, sondern als vorsätzliche Geldwäsche.

Der Angeklagte schwänzte den Prozess, kassierte einen Strafbefehl über ein Jahr auf Bewährung.

Titelfoto: picture alliance/dpa

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