Geblitzt, festgefahren, Beute verloren: Bei diesem Bankraub ging fast alles schief

Dresden - Wenn man Lubos E. (47) glaubt, muss das einer der schlimmsten Filmrisse der Geschichte gewesen sein! Wegen eines verpatzten Banküberfalls am 17. Juni 2015 musste er sich vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Lubos E. (47) war betrunken an mehreren Banküberfällen beteiligt.
Lubos E. (47) war betrunken an mehreren Banküberfällen beteiligt.  © Peter Schulze

Wegen seiner Trunkenheit will er sich aber nur an einen zweiten Überfall am selben Tag erinnern.

"Ich saß vor einem Sommerrestaurant", sagt der tschechische Heizungsinstallateur aus. "Da hielt ein Auto, und die fragten, ob ich etwas Geld verdienen will." Lubos E. stieg ein, behauptet dann aber, auf der Rückbank bis früh 7 Uhr mehr als eine halbe Flasche Rum getrunken zu haben.

"Ich kann mich dann erst an Kolkwitz wieder erinnern", sagt er. "Da sagten sie mir, ich soll die Tür sichern. Ich dachte, was für einen Scheiß mache ich hier überhaupt?"

Mann hat Tüte voller Schmuggel-Böller dabei: So viel muss er jetzt zur Strafe blechen
Gerichtsprozesse Dresden Mann hat Tüte voller Schmuggel-Böller dabei: So viel muss er jetzt zur Strafe blechen

Laut Anklage hatte er da aber schon einen Banküberfall hinter sich: In der Zabeltitzer Hauptstraße (bei Großenhain) soll sein Komplize Pavel S. mit Sturmmaske die Angestellte bedroht, Lubos wiederum ebenfalls mit Waffe eine Friseurin aus dem Nachbarladen in Schach gehalten haben.

Im Fluchtwagen wartete Jakub T. Pech für das Trio: Es war lediglich eine Beratungsstelle, Geld gab es dort keines zu holen. Lubos E. will die Tat nicht abstreiten, aber sich eben auch nicht mehr daran erinnern.

Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach Lubos E.
Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach Lubos E.  © Polizei

Trio erbeutete mehr als 20.000 Euro, doch danach ging alles schief

Immerhin: In Kolkwitz erbeutete das Trio mehr als 20.000 Euro und 700 australische Dollar. Aber dann war das Glück auch schon wieder vorüber: Mit dem gestohlenen Audi A8 fuhren sich die drei auf einem Waldweg bei Forst fest. Auf der Flucht zu Fuß will Lubos auch noch den Großteil der Beute verloren haben.

Zu allem Überfluss wurden die Männer zuvor bei Moritzburg geblitzt, hinterließen auch Genspuren im Auto. Für den Überfall in Brandenburg hat Lubos bereits vier Jahre kassiert, der Prozess um Großenhain wird fortgesetzt.

Titelfoto: Peter Schulze, Polizei

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden: