"Ich wollte der Tuning-Szene helfen": TÜV-Fälscher schrammt knapp am Knast vorbei

Dresden - Tiefergelegte Karosse, aufgebauter Spoiler, Spezialfelge, Sonderleuchte: An Autos kann so ziemlich alles getunt werden. Doch die Umbauten müssen genehmigt werden. Und genau da liegt das Problem: Die Anforderungen dafür sind hoch. 

Der Fälscher wurde wegen verurteilt.
Der Fälscher wurde wegen verurteilt.  © Holm Helis

So fälschte Motor-Fan Thomas* gegen Geld die notwendigen Gutachten von TÜV und DEKRA."Ich wollte damit der Tuning-Szene helfen, aber niemandem schaden", gestand im Amtsgericht am Mittwoch der Industriemechaniker, der 18 Urkunden fälschte. 

"TÜV und DEKRA machen es denen nicht gerade leicht." Also druckte er für Audi, Mazda, Porsche, Benz und VW am heimischen Rechner Gutachten, die aussahen wie vom Fachmann und bestätigte so, dass die Umbauten der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung entsprechen. 

Die damit getäuschten Zulassungsstellen, zum Beispiel das Landratsamt Bautzen, trugen die Umbauten in die Papiere ein. Schon war das Tuning legal ... 

Thomas verdiente bis zu 1000 Euro pro Schreiben, flog aber auf und zeigte Reue: "Ich will mir mit so was nicht mein Leben verbauen." 

Der Richter verdonnerte den Fälscher zu 18 Monaten Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. 

Außerdem muss Thomas 1500 Euro zahlen. Woher er aber die Gutachten-Vorlagen im Rechner und das Originalpapier der Prüfstellen im Drucker hatte, wurde von der Justiz nicht erfragt … 

*Name geändert

Titelfoto: Holm Helis

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