Peinlich! Jobcenter klagt Paar wegen 23.000 Euro an und verrechnet sich

Dresden - Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil. Cindy P. (40) und ihr Freund Mark S. (39) mussten zum Amtsrichter, weil sie das Jobcenter angeblich um eine fünfstellige Summe betrogen haben. Doch die Rechnung des Staatsanwalts ging nicht auf.

Cindy P. (40) und Lebensgefährte Mark S. (39) traten beim Amtsrichter an. Aber nur kurz.:Der stellte das Verfahren gegen das Paar ein.
Cindy P. (40) und Lebensgefährte Mark S. (39) traten beim Amtsrichter an. Aber nur kurz.:Der stellte das Verfahren gegen das Paar ein.  © Steffen Schulze

Laut Anklage bezog die Verkäuferin für sich und ihre Söhne Hartz IV. Dabei habe sie nie angegeben, dass Kindsvater Mark, der als Monteur arbeitet, mit in der Wohnung lebt. Er wäre in der gemeinsamen Behausung nicht gemeldet.

Das hatte ein anonymer Brief ans Jobcenter behauptet. Prompt zog die Behörde vors Sozialgericht, forderte über 23.000 Euro angeblicher Überzahlung zurück. Und der Staatsanwalt klagte das Paar wegen Betrugs und Beihilfe an.

Jedoch: "Am Sozialgericht wurde nachermittelt", so Anwalt Carsten Brunzel. "Es stellte sich heraus, dass es sich maximal um eine Überzahlung von 30 Euro handelt. Das ist allenfalls ein Bußgeld von 55 Euro wert."

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Auch der Strafrichter zog die neuerlichen Zahlen des Sozialgerichtes nicht in Zweifel. Er stellte das Verfahren gegen das Paar ein.

Titelfoto: Steffen Schulze

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