Audi-Fahrer liefert sich Verfolgungsjagd mit der Polizei und fährt Jogger um

Dresden - Ohne Führerschein am Steuer zu sitzen, ist schlimm genug. Aber Daniel B. (43) raste vor Polizeikontrollen im SUV davon. Dabei nahm er einen Jogger auf die Haube und floh danach vom Unfallort. Nun war Prozess am Amtsgericht Dresden.

Daniel B. (43) entschuldigte sich im Prozess beim Jogger für seine rücksichtslose Tat.
Daniel B. (43) entschuldigte sich im Prozess beim Jogger für seine rücksichtslose Tat.  © Steve Schuster

So wurde der gelernte Kaufmann im Dezember morgens erwischt, wie er im Audi SQ7 an der Bautzner Straße bei Rot fuhr. Doch statt sich kontrollieren zu lassen, trat er aufs Gas. Richtung Stauffenbergallee.

Mehrfach wendete er auf der Strecke, um der Polizei zu entkommen. Dann raste der SUV in den Brückentunnel, wendete in dessen Ausgang, um Richtung Bautzner Straße davonzufahren. Die Polizei brach die Hatz aus Sicherheitsgründen ab. "Das war halsbrecherisch", so ein Beamter.

Im August 2021 fuhr er im SQ7 am Großen Garten entlang. "Als wir ihn kontrollieren wollten, lachte er, winkte und fuhr davon", so ein Polizist.

Geld weg, Freiheit weg: Knast für fiesen Heiratsschwindler!
Gerichtsprozesse Dresden Geld weg, Freiheit weg: Knast für fiesen Heiratsschwindler!

Daniel raste von der Stübelallee in die Wintergartenstraße, wo er an der Canalettostraße den Jogger Michel S. (29) erfasste. Der Postbote blieb verletzt am Boden liegen, der Audi fuhr weiter!

Postbote Michel musste am Kopf genäht werden, erlitt einen Beckenbruch und eine kaputte Schulter. Noch immer ist er krankgeschrieben. "Es tut mir leid", sagte Daniel.

Als Prüfer von Funktechniktürmen müsse sein geständiger Mandant überall im Bundesgebiet agieren, weshalb er Auto fuhr, erklärte dessen Anwalt.

Die lange Narbe am Kopf wird Michel S. (29) nie wieder los. Noch immer ist der Postbote krankgeschrieben, laboriert an lädierten Knochen, die er bei dem Unfall erlitt.
Die lange Narbe am Kopf wird Michel S. (29) nie wieder los. Noch immer ist der Postbote krankgeschrieben, laboriert an lädierten Knochen, die er bei dem Unfall erlitt.  © Steve Schuster

Raser Daniel B. war schon vorher auffällig geworden

Die Lizenz war Daniel schon 2013 wegen "Neigung zum Rauschgift" entzogen worden. Unter den gut 20 Vorstrafen sind zahlreiche Geldstrafen wegen Fahrens ohne Führerscheins.

"Ihr Verhalten zeugt von Gleichgültigkeit und Überheblichkeit", so der Richter, der Daniel B. zu insgesamt 18 Monaten Haft verurteilte.

Die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich muss Daniel 2000 Euro an den Jogger zahlen und die nächsten zweieinhalb Jahre laufen.

Titelfoto: Montage: Steve Schuster

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden: