Juwelenraub von Dresden: Lange Haftstrafe für Anatolij

Dresden - Lange Haft für den Juwelierräuber. Anatolij P. (41), der mit seinem Kumpan Pavel K. (30) im März 2017 das Juweliergeschäft unweit vom Dresdner Grünen Gewölbe überfiel (TAG24 berichtete), muss für sechs Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Das urteilte am Freitag das Landgericht Dresden.

Anatolij P. (41) wandert für fast sieben Jahre in den Knast.
Anatolij P. (41) wandert für fast sieben Jahre in den Knast.  © Ove Landgraf

Zwar gab es weder DNA-Spuren, noch ist der gelernte Koch aus Estland genau auf den Bildern der Überwachungskamera zu erkennen. "Aber die Gesamtschau zahlreicher Indizien lässt keinen Zweifel daran, dass sie einer der Täter sind", so der Richter.

Die Kammer war überzeugt, dass Anatolij und sein inzwischen verstorbener Mittäter Pavel K. (30) damals das Juweliergeschäft Leicht stürmten, die beiden Mitarbeiterinnen (50, 38) mit einer Waffe bedrohten, Schmuck und Uhren im Wert von über 305.000 Euro rafften und Reizgas sprühten, um fliehen zu können.

So trug Pavel K. auf Fotos, die er auf Facebook veröffentlichte, die auch in Dresden aufgenommen waren, eine Mütze, die einer der Täter auch im Juweliergeschäft trug.

"Und sowohl das Handy von K. als auch Ihres waren am Tattag in Tatortnähe in Funkzellen", so der Richter. "Und kurz vor der Tat hatten beide Telefone Kontakt." 

Zudem wurde Anatolijs Handy an weiteren Tagen in Tatortnähe geortet, als "jeweils ein männlicher Kunde ohne Kaufabsicht im Geschäft war". 

Die Kammer ist sich sicher, dass Anatolij oder ein anderer Mittäter da den Juwelier ausspähten.

Vom Schmuck fehlt jede Spur

Am Tattag sicherten zahlreiche Polizisten am und im Geschäft Spuren.
Am Tattag sicherten zahlreiche Polizisten am und im Geschäft Spuren.  © Roland Halkasch

Das Handy hatte Anatolij zudem drei Monate später dabei, als er nach einem Raubüberfall in Davos (Schweiz) gefasst wurde. 

"Wir gehen davon aus, dass Pavel K. in der Schweiz beim Überfall nicht dabei war, weil er vermutlich noch die Beute aus Dresden verschwinden lassen musste..."

Von den Uhren und dem Schmuck aus Dresden fehlt bisher jede Spur. Pavel K. verstarb inzwischen bei einem Autounfall, könnte das Wissen um das Versteck mit ins Grab genommen haben. 

Die Behörden aus Litauen hatten ihn schon länger auf dem Schirm, hörten Telefonate ab und warnten seinerzeit die Behörden in anderen Ländern, dass eine Gruppierung umgeht, die Juweliere ausrauben will. Zumindest ein weiterer Überfall in Luxemburg wird Pavel K. zugeschrieben.

Anatolij hatte für den Raub in der Schweiz über drei Jahre kassiert und noch ein Urteil von über vier Jahren wegen bewaffnetem Drogenhandel in seiner Heimat abzusitzen. Nun kommen auch noch sechs Jahre und zehn Monate aus Dresden dazu.

"Besonders schwer waren die Körperverletzungen an den beiden Mitarbeiterinnen zu werten", so der Richter. "Die Frauen wurden mit dem Tode bedroht. Das hatte natürlich erhebliche Auswirkungen auf die Opfer." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Ove Landgraf, Roland Halkasch

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