Trotz Führungsaufsicht: Kinderschänder zog in Wohnung neben Hort und wurde wieder rückfällig

Dresden - Er hätte es besser wissen müssen. Ernst G. (65) durfte sich per Gerichtsbeschluss Kindern nicht mehr nähern. Aber der Rentner bezog eine Wohnung neben einem Hort in Klotzsche. Und saß nun wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern wieder vor dem Richter.

Ernst G. (65) legte ein Geständnis ab.
Ernst G. (65) legte ein Geständnis ab.  © Peter Schulze

Laut Anklage stand Ernst G. mehrfach am Fenster zum Hort, nackt und an sich fummelnd. Drei Kinder sollen ihn dabei gesehen haben.

Dabei saß Ernst G. schon einmal über ein Jahr wegen solcher Delikte ab. Als er aus der Haft entlassen und unter Führungsaufsicht gestellt wurde, bekam er auch die Anweisung, sich Kindern nicht zu nähern. Doch genau das tat er nicht.

Der Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, war kurz.

Eine Tat gestand der Rentner. Eine weitere wurde eingestellt. Zeugen mussten mithin nicht gehört werden.

Eine Strafe gab es dennoch: neun Monate Haft, ausgesetzt auf Bewährung. Wobei es auch eine Rolle spielte, dass die Justiz den Fall so lange liegen ließ.

Die Vorfälle ereigneten sich schon vor drei Jahren. Die Anklage dazu war erst Ende 2019 fertig, seither lag sie bei Gericht.

Auf dieses Hortgelände hatte der Rentner freie Sicht - und die Kinder auf ihn.
Auf dieses Hortgelände hatte der Rentner freie Sicht - und die Kinder auf ihn.  © Peter Schulze

Inzwischen ist sogar die Führungsaufsicht für Ernst G. Geschichte (lief bis August 2020). Der Rentner ist im Übrigen inzwischen umgezogen.

Titelfoto: Peter Schulze

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0