Liebe, Hass und Eifersucht: Familiendrama endete mit Messerstichen

Dresden - Wegen versuchten Mordes muss sich Lawin P. (22) am Landgericht verantworten. Der Kurde aus dem Irak soll seine einstige Freundin Huda Z. (22) im Februar in Dresden auf offener Straße niedergestochen haben. Nur eine Notoperation konnte sie retten. Schon jetzt ist klar: Die Richter müssen eine Familienfehde aufklären.

Lawin P. (22) nahm nach der Tat das Handy des Opfers an sich, löschte offenbar Daten und schickte sich selbst Bilder des Opfers.
Lawin P. (22) nahm nach der Tat das Handy des Opfers an sich, löschte offenbar Daten und schickte sich selbst Bilder des Opfers.  © Peter Schulze

Laut Anklage passte Lawin Huda in der Stadt ab, drohte zum wiederholten Mal, ihrer Familie etwas anzutun, wenn sie nicht mit ihm kommt. 

An der Teplitzer Straße erklärte er ihr, sie soll mit ihm nach Italien kommen, wohin er ausgewiesen werden sollte. Weil sie sich weigerte, stach er zu.

Lawin schweigt zu dem Vorwurf. Hudas Mutter Kaya A. (44) dagegen, die schon Jahre in Sachsen lebt, sagte aus: "Wir vertrauten seiner Familie, deshalb sollte Huda mit ihm nach Deutschland fliehen." 

Doch dann habe Lawin die Tochter wohl vergewaltigt, sie wurde schwanger. Zwar habe seine Familie daraufhin die Hochzeit gefordert, Hudas Familie aber lehnte ab. 

Erst recht, als Lawin selbst montierte Nacktbilder von Huda ins Netz stellte und behauptete, sie würde hier als Prostituierte arbeiten. 

Die Familie ausfindig gemacht und bedroht

Der Tatort war an jenem Tatabend laut Anklage „dunkel und menschenleer“.
Der Tatort war an jenem Tatabend laut Anklage „dunkel und menschenleer“.  © Peter Schulze

"Er macht den Ruf der ganzen Familie schlecht“, so die Mutter, die im Irak einst Anwältin war. 

Huda gab das Kind weg, während Lawin weiterhin auf eine Heirat bestand, die Familie immer wieder ausfindig machte und bedrohte. "An dem Tag hat meine Huda wieder gesagt, dass sie ihn nicht heiratet, inzwischen einen anderen liebt", so Kaya A.

Und die Bedrohungen gehen offenbar weiter: Huda sprach erst mit der Polizei, als sie sicher wusste, dass er hinter Gittern sitzt (Er hatte sich bei der Befragung in Widersprüche verstrickt.). 

"Seine Familie bedroht meine Söhne", so die Mutter, die selbst bei ihrer Aussage von Justizbeamten beschützt wurde. Urteil folgt. 

Titelfoto: Peter Schulze

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