Mal wieder vor Gericht: Keiner will den "Spucker" haben

Dresden - Er beschäftigt seit Jahren die Justiz in Sachsen. Doch Yassine B. benimmt sich permanent auch in der Haft unsäglich, weshalb der Marokkaner jetzt wieder vor der Amtsrichterin in Dresden sitzt. Obwohl eigentlich unklar ist, ob der Angeklagte überhaupt Yassine ist.

Yassine B. (vermutlich 27 oder 35 Jahre alt) muss immer wieder vor Gericht.
Yassine B. (vermutlich 27 oder 35 Jahre alt) muss immer wieder vor Gericht.  © Norbert Neumann

"Der Vorname stimmt", so der Angeklagte, der stets mit Alias-Namen agierte, jetzt aber ein Dokument vorlegte, in dem der Nachname G. lautet - statt wie in der Anklage B. 

Die Richterin: "Aber der Geburtsort ist Casablanca, oder?" Antwort: "Nö. Tanger." Laut Anklage wurde Yassine am 4. Februar 1993 geboren. Der Angeklagte: "Mein Geburtsdatum ist der 11. Dezember 1984."

Als Yassine B. kassierte er schon acht Strafen, unter anderem sieben Jahre Haft 2017 vom Landgericht Chemnitz, wegen Raubes und Körperverletzungen. 

Seither macht Yassine "Rundreisen" in den sächsischen Haftanstalten. Denn keiner will ihn länger behalten, überall ist er renitent. 

Die neueste Anklage spricht von ekelhaften Spuckattacken gegenüber Justizbeamten und üblen Beleidigungen. 

"Ich entschuldige mich, aber bitte schieben Sie mich endlich ab", erklärte der Angeklagte, der zu seiner in Spanien lebenden Familie will. Doch vorerst muss er wohl eine weitere Strafe kassieren. Urteil folgt.

Titelfoto: Norbert Neumann

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