Mann behauptet, ein Polizist wäre ihm über den Schuh gefahren, nun steht er selbst vor Gericht

Dresden - Ganz schön dreist! Weil er behauptete, ein Polizist sei ihm mit dem Streifenwagen über den Fuß gefahren, musste sich Flavio W. (24) am Mittwoch wegen Vortäuschens einer Straftat vor dem Amtsrichter verantworten. Er beteuerte: "Weil ich Stahlkappen-Schuhe anhatte, ist mir nichts passiert."

Flavio W. (24) saß auf der Anklagebank im Dresdner Amtsgericht.
Flavio W. (24) saß auf der Anklagebank im Dresdner Amtsgericht.  © Franz Maler

"Au, au!", brüllte Flavio bei einer Verkehrskontrolle im August 2020 auf der Meißner Straße in Radebeul. Dann schrie er den Fahrer des Streifenwagens an: "Sie sind mir über den Fuß gefahren."

Der zuständige Beamte rief Verstärkung. Als seine Kollegen eintrafen, hatte es sich der Radfahrer jedoch anders überlegt. "Es ist nichts passiert", gab er zu Protokoll.

Vor dem Amtsrichter schilderte Flavio am Mittwoch seine Version: "Ich habe reflexartig geschrien, als das Auto über meinen Fuß gerollt ist", so der Angeklagte. Dank seiner Schuhe, habe er sich aber nichts getan.

Weil er sie nicht durchlassen wollte: 80-Jährige fährt Polizisten dreimal an
Gerichtsprozesse Dresden Weil er sie nicht durchlassen wollte: 80-Jährige fährt Polizisten dreimal an

Und weiter: "Ich hatte es eilig, wollte zu einer Wohnungsbesichtigung. Deshalb habe ich gesagt, es sei nichts vorgefallen."

Die Nummer mit den Stahlkappen-Schuhen nahm ihm der Richter nicht ab. Ein "Friedensangebot" gab's trotzdem: "Sie können Ihren Einspruch gegen den Strafbefehl immer noch zurückziehen", so der Richter.

Flavio willigte ein und zahlt seine Strafe in Höhe von 1100 Euro.

Titelfoto: Franz Maler

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden: