Wegen zu viel Glühwein auf der Anklagebank? Mann ging in Straßenbahn auf Ausländer los

Dresden - Tatort Straßenbahn: Weil er in der Linie 6 pöbelte und auf einen Libyer losging, musste der Täter am Dienstag auf die Anklagebank im Amtsgericht.

Hier stieg der Angeklagte in die Linie 6.
Hier stieg der Angeklagte in die Linie 6.  © Holm Helis

Nach einem Besuch auf dem Striezelmarkt stieg Stefan S. (28) am Postplatz gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin in die Tram.

"Alle Ausländer aussteigen", brüllte der Dresdner, der angeblich zwei, drei Glühwein zu viel hatte.

Aiman G. (42) stellte ihn zur Rede. Grund genug, über den Mann herzufallen.

Er schubste den Libyer, schlug ihm ins Gesicht, beschimpfte ihn mehrfach als "Scheiß Kanake".

Doch damit nicht genug! Fahrgäste stellten sich schützend vor Aiman. Da hing sich der Täter an die Haltegriffe an der Decke, holte Schwung und versuchte, den Mann baumelnd zu treffen, drohte: "Ich bring Euch alle um, verpisst Euch aus Deutschland."

Mittlerweile bereut Stefan S. die Aktion. "Es tut mir leid. Ich habe nichts gegen Ausländer", beteuerte er.

Stefan S. (28) wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu 15 Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Stefan S. (28) wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu 15 Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.  © Holm Helis

Alkohol mache ihn aggressiv. Er habe seit der Tat im November 2018 nichts mehr getrunken. Außerdem habe ihn seine Lebensgefährtin damals angestachelt. Gegen sie wird gesondert ermittelt. Urteil: 15 Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung.

Titelfoto: Holm Helis

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