Masken-Verweigerer schlägt Wachmann klinikreif: Jetzt steht er vor Gericht

Dresden - Gemurrt wird ja vielerorts ob der Maskenpflicht in Geschäften. Aber Patrick U. (30) schoss mit seinem Verhalten weit übers Ziel hinaus.

Patrick U. (30) attackierte einen Sicherheitsmitarbeiter.
Patrick U. (30) attackierte einen Sicherheitsmitarbeiter.  © Steffen Füssel

Er schlug den Sicherheitsmann vom Einkaufszentrum Paradiesstraße in Zschertnitz krankenhausreif. Nun saß der einschlägig Vorbestrafte mal wieder vorm Amtsrichter in Dresden.

Im Januar dieses Jahres traf Wachmann Oliver D. (34) in der Ladenpassage auf Patrick, der dort mit einem Kumpel trank.

"Trinken in Geschäften ist nicht erlaubt, Maskenpflicht bestand auch. Darauf habe ich hingewiesen", erklärte der Sicherheitsdienstler im Zeugenstand.

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Während sich der Kumpel trollte, begann Patrick eine Diskussion, bis er des Hauses verwiesen wurde.

"Er hat mich nicht sonderlich für voll genommen, kam mir dabei unangenehm nah - da habe ich ihn auf Distanz gehalten. Dann kam es zum Gerangel", erinnert sich Oliver D.

Wachmann Oliver D. sechs Wochen lang krankgeschrieben

Im Einkaufszentrum an der Südhöhe kam es zur handfesten Auseinandersetzung ob der Maskenpflicht.
Im Einkaufszentrum an der Südhöhe kam es zur handfesten Auseinandersetzung ob der Maskenpflicht.  © Steffen Füssel

"Er langte mir ins Gesicht. Das darf der nicht", erregte sich Patrick auf der Anklagebank, der sich auf Notwehr berief.

Der Richter konterte: "Selbst, wenn er Ihnen ins Gesicht gefasst hat, haben Sie nicht das Recht, auf ihn einzuschlagen, wenn er dann am Boden liegt."

Das aber tat der mehrfach Vorbestrafte, der zur Tatzeit unter Bewährung und Führungsaufsicht aus früheren Urteilen stand, und nicht zimperlich zu sein scheint.

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So musste er schon gemeinnützige Stunden auf dem Friedhof abarbeiten, wo er prompt einen Spaziergänger so massiv bedrohte, dass er gleich die nächste Anzeige am Hals hatte.

Wachmann Oliver jedenfalls kam mit einem Schädelhirntrauma, blauen Augen und reichlich Hämatomen in die Klinik, war sechs Wochen krankgeschrieben.

Und Patrick wurde mal wieder verurteilt: Diesmal zu 900 Euro Strafe.

Titelfoto: Steffen Füssel

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