Maskenzoff im Einkaufscenter: AfD-Politiker wegen "A..."-Wort vor Gericht

Dresden - Hat sich der AfD-Stadtbezirksbeirat zu Beginn der Pandemie im Ton vergriffen? Genau das wirft die Staatsanwaltschaft Politiker Dieter L. (71) vor. Doch der streitet das vehement ab.

AfD-Politiker Dieter L. (71) streitet die Beleidigung vehement ab.
AfD-Politiker Dieter L. (71) streitet die Beleidigung vehement ab.  © Montage: Franz Maler, Peter Schulze

Die fehlende Maske ließ die beiden Männer Dieter L. und Frank T. (43) in einem Einkaufscenter aneinandergeraten, dabei soll Dieter L. seinen Kontrahenten als "Arschloch", "Idioten" und "total bescheuert" bezeichnet haben.

"Der hat mich darauf hingewiesen, dass ich keine Maske trage", so der Elektromeister. "Ich habe aber gesundheitliche Probleme, bin befreit. Das habe ich ihm auch gesagt."

Ausfällig will er aber nicht geworden sein: "Ich würde mich nicht so äußern", so der Politiker. "Ich habe eine gute Erziehung genossen."

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Anders sieht es Frank T.: "Meine Kinder kamen zu mir und meinten: 'Der Mann trägt keine Maske'", so der Informatiker. "Wir waren da sehr sensibel, da habe ich ihn angesprochen." Heute erinnert er sich noch daran, als "Arschloch" beschimpft worden zu sein.

Auch in einer weiteren Sache widersprechen sich die beiden: Dieter L. behauptet, zusammen mit Frank T. auf die Polizei gewartet zu haben. Doch der angeblich Beschimpfte meint, L. wäre weggefahren.

Da Frank T. das Auto fotografierte und anschließend eine Onlineanzeige stellte, klingt für das Gericht die Aussage des Informatikers glaubhafter. Das Angebot, den Prozess gegen eine kleine Geldauflage einzustellen, lehnte Dieter L. jedoch ab.

Nun müssen noch die Polizisten geladen werden, um zu klären, wer nun tatsächlich recht hat.

Titelfoto: Montage: Franz Maler, Peter Schulze

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