Nach Knaller-Tour ins Böhmische: Wem gehört die Tüte voller illegaler Böller?

Dresden - Dieser Prozess ist der Knaller. Laut Anklage brachte Markus K. (34) hundert illegale Böller ins Land. Im Amtsgericht bestreitet der Landschaftsgärtner die Einfuhr vehement. Und sein Kumpel, der als Zeuge aussagen sollte, aber nicht erschien, hat jetzt schon mehr Ärger an der Backe als der Angeklagte.

Klein, aber kreuzgefährlich: La-Bomba-Böller.
Klein, aber kreuzgefährlich: La-Bomba-Böller.  © Ove Landgraf

Zum Tag der Deutschen Einheit machte Markus mit Gattin und Kumpel „Wolle“ einen Ausflug nach Hrensko.

Auf dem Programm standen der Markt, eine Gaststätte und reichlich Alkohol. Mit der S-Bahn ging’s zurück nach Dresden. Darin patrouillierte die Bundespolizei, kontrollierte das Trio.

„Herr K. konnte sich nicht ausweisen, deshalb durchsuchten wir die Sachen“, erinnert sich ein Beamter. Ein Ausweis fand sich nicht, aber im Beutel von "Wolle" eine Tüte mit 60 LaBomba- und 40 TP2-Böllern.

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Obwohl "Wolle" fast zwei Promille hatte, wirkte er laut Polizist sichtlich erschüttert und erbost. "Die Tüte hätte ihm Herr K. gegeben, ohne zu sagen, was drin war. K. hätte den Beutel am Marktstand gegen 15 Euro erhalten", so der Polizist.

"Und Herr K. hat ständig auf seinen Freund eingewirkt, nichts zu sagen …"

Markus K. (34) bestreitet, illegale Böller aus Tschechien geholt zu haben.
Markus K. (34) bestreitet, illegale Böller aus Tschechien geholt zu haben.  © Peter Schulze

Markus K. wiederum saß sauer auf der Anklagebank: "Das ist nicht mein Zeug. Ich habe keine Ahnung, warum Wolle das behauptet. Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr."

Also wollte der Richter den ominösen Wolle hören. Doch der kam trotz Ladung nicht. Prompt beantragte die Staatsanwältin gegen den säumigen Zeugen ein Ordnungsgeld von 250 Euro, wahlweise zwei Tage Haft! Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Peter Schulze

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