Neo-Nazis bedrohten Polizisten mit Holzlatten und riefen "Sieg Heil!": Nun müssen sie vor Gericht

Königstein - So nicht! Im vergangenen Jahr randalierten Hooligans heftig beim Männertag, attackierten sogar sächsische Beamte. Nun erhalten sie dafür die Quittung.

Polizisten mit einer vorläufig festgenommenen Person in Königstein am 21. Mai 2020.
Polizisten mit einer vorläufig festgenommenen Person in Königstein am 21. Mai 2020.

Durch die Pandemielage hatte sich die Anklage zwar etwas verzögert.

Doch am heutigen Dienstag, kurz vor dem Männertag am kommenden Donnerstag, teilte die Dresdner Staatsanwaltschaft mit, dass sich die randalierenden Übeltäter bald vor dem Amtsgericht Pirna verantworten müssen.

Pünktlich, um die Krawallos daran zu erinnern, dass sie sich in diesem Jahr zusammenreißen sollten!

Die Vorwürfe lauten u.a. Landfriedensbruch, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gefährliche Körperverletzung.

Was war geschehen? Am 21. Mai 2020 trafen sich 30 Männer im Ortsteil Pfaffendorf bei Königstein auf einem Grundstück, um Christi Himmelfahrt zu feiern.

Dabei spielten sie lautstarke rechtsextreme Musik ab und grölten verfassungsfeindliche Parolen. Gegen 20.30 Uhr rückten zunächst vier Beamte an.

Doch zehn der feiernden Neo-Nazis wollten ihr Fehlverhalten ganz und gar nicht einsehen.

Die Männer im Alter zwischen 37 und 48 Jahren griffen die Beamten kurzerhand an. Dabei verwendeten sie Bierkrüge, Holzlatten und ein Metallrohr!

Neo-Nazis attackieren Beamte unter "Sieg Heil!"-Rufen

Zahlreiche Beamten rückten zur Verstärkung gegen die heftigen Randalierer an.
Zahlreiche Beamten rückten zur Verstärkung gegen die heftigen Randalierer an.

Derart bewaffnet traten sie an die Beamten heran, wedelten mit ihren Fäusten, stießen wüste Drohungen aus und riefen "Sieg Heil!".

Sie forderten einen Abzug. Ein Beamter appellierte zunächst an den gesunden Menschenverstand. Er suchte das Gespräch mit den rechtsextremen Männern.

Kurzerhand wurde er mit Bier übergossen. Die Beschuldigten drängten die Polizisten immer weiter zurück. Sie schubsten diese, warfen sogar mit einem Bierkrug auf sie! Schließlich sahen sich die Einsatzkräfte dazu gezwungen, Pfefferspray zu verwenden.

Wenig später trafen weitere Polizisten ein. Kurz nach 21 Uhr war der Einsatz dann beendet.

Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass die Männer die Verletzung der Beamten mit Zaunlatten und Metallrohr billigend in Kauf nahmen und ihnen Schmerzen zufügen wollten. Einer der Beamten hatte ein Hämatom am linken Oberschenkel erlitten.

Die Neo-Nazis befinden sich nicht in Untersuchungshaft, da der Vorfall keinen Haftgrund lieferte. Doch einige der Täter sind in der Vergangenheit bereits bei rechtsmotivierten Straftaten in Erscheinung getreten.

Die anderen 20 Teilnehmer des Treffens kommen ohne Anklage davon.

Titelfoto: privat

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