Patient stürzt und stirbt - jetzt steht seine Pflegerin vor Gericht!

Dresden - Der Tod eines Pflegepatienten ist derzeit ein Fall für den Amtsrichter. Peter S. (81) soll gestorben sein, weil Pflegerin Madeleine S. (33) ihn falsch behandelte. 

Madeleine S. (33) kämpft vorm Amtsgericht gegen den Vorwurf der fahrlässigen Tötung.
Madeleine S. (33) kämpft vorm Amtsgericht gegen den Vorwurf der fahrlässigen Tötung.  © Holm Helis

Im Prozess wird vor allem eins wieder deutlich: Pflegedienste haben ein enormes Pensum mit unendlich viel Verantwortung.

Es war an jenem Oktoberabend 2018 ein "ganz normaler Spätdienst" für die DRK-Mitarbeiterin. 

"Von 15.30 Uhr bis etwa 21 Uhr mit bis zu 35 Patienten" so Madeleine. Und so war sie auch bei Peter S. und dessen Frau, wollte ihn "bettfertig" machen. 

"Ich half ihm auf, er stand vor mir, ich reinigte ihn", so die Pflegerin. "Ich legte das Feuchttuch aufs Bett. In dem Moment fiel er völlig unerwartet wie ein Stein um." Bis zur Verbringung in den Rettungswagen sei der schwer kranke und teils demente Mann noch ansprechbar gewesen.

Allerdings dauerte es, bis Peter S. im Krankenhaus war. Die zuerst angesteuerte Klinik konnte wegen eines Keimproblems auf Station nicht genutzt werden. Inzwischen war die Blutung im Kopf geschwollen.

Der Rentner wurde sofort operiert, musste bereits dabei reanimiert werden. Er starb letztlich wenig später, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.

Laut Anklage hatte Madeleine S. ihren Patienten unbeaufsichtigt am Bett stehen lassen, während sie Material aus dem Bad holte. "Ich habe ihn zu keinem Zeitpunkt allein gelassen", beteuerte die erfahrene Altenpflegerin. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Holm Helis

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