Pro Flüchtling kassierte er 600 Euro: Schleuser muss hinter Gitter

Dresden - Weil er fast hundert Landsleute nach Deutschland schleuste, muss Wisam A. (31) vier Jahre und sechs Monate hinter Gitter. So entschied das Landgericht Dresden über den Syrer, der mit einem Schleuserring aus Österreich zusammengearbeitet hatte.

Der Syrer Wisam A. (31) muss ins Gefängnis, weil er Dutzende Landsleute nach Deutschland geschleust hat.
Der Syrer Wisam A. (31) muss ins Gefängnis, weil er Dutzende Landsleute nach Deutschland geschleust hat.  © Norbert Neumann

Über Monate organisierte Wisam 2020 von Dresden aus Schleusungen.

Die Flüchtlinge wurden in Polen oder Tschechien abgeholt. Dabei "charterte" er für seine Kuriere zuweilen Luxuslimousinen, um nicht in Polizeikontrollen zu geraten. Was nicht hieß, dass die geschleusten Personen "bevorzugt" behandelt wurden.

Die Schlepper überließen die Flüchtlinge oft sich selbst. Sie irrten durch Stadtteile Dresdens oder mussten über Stunden bei Minustemperaturen im Wald ausharren.

Haftstrafen für die Stadtfest-Schläger
Gerichtsprozesse Dresden Haftstrafen für die Stadtfest-Schläger

Wisam habe laut Gericht einen Laster gefahren und dabei die Hilferufe aus dem völlig überhitzten Laderaum ignoriert ...

Nicht nur Flüchtlinge belasteten den Angeklagten, auch ehemalige und schon verurteilte Mittäter sagten gegen Wisam aus, der dann ein Teilgeständnis ablegte. "Ich bin nur an die Gruppe geraten, weil ich versucht habe, meinen eigenen Sohn herzuholen. Aber das hat nicht geklappt", so der Syrer, der pro erwachsenem Flüchtling 600 Euro, pro Kind 300 kassiert haben soll.

Nun muss Wisam A. ins Gefängnis. Nach den Hintermännern, die von Wien aus agierten, wird gefahndet.

Titelfoto: Norbert Neumann

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden: