Mord-Komplott von Großenhain: Wie lange dauerte der Todeskampf des Opfers?

Dresden - Noch immer läuft am Landgericht Dresden der Prozess um das Mord-Komplott von Großenhain.

Stefanie W. (32) wollte mit dem Mord an ihrem Ehemann laut Anklage die Sterbeversicherung von 17.000 Euro kassieren und einen Sorgerechtsstreit umgehen.
Stefanie W. (32) wollte mit dem Mord an ihrem Ehemann laut Anklage die Sterbeversicherung von 17.000 Euro kassieren und einen Sorgerechtsstreit umgehen.  © Ove Landgraf

Stefanie W. (32) soll mit drei Komplizen (29, 51, 52) ihren Noch-Ehemann Dirk W. (†37) getötet haben.

Das Verfahren ist besonders für die Angehörigen des Opfers schier unerträglich.

"Dirk hat niemandem was getan", sagte sein Bruder Ronny (43) im Zeugenstand. "Er ging Streit aus dem Weg, saß Probleme eher aus. Er war ein ruhiger Mensch, der aber in der Vaterrolle voll aufging."

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Während Stefanie als Reinigungskraft arbeitete, kümmerte sich Dirk um den gemeinsamen Sohn und die drei Kinder, die Stefanie mit in die Ehe gebracht hatte.

Bis heute versucht Ronny, den sinnlosen Tod seines Bruders zu verstehen. "Schlimm genug, dass er tot ist. Aber wir haben wirklich bis zuletzt gehofft, dass er nicht leiden musste. Es ist einfach grausam."

Laut Anklage dauerte der Todeskampf von Dirk W. mehrere Tage. Immer wieder fuhren Stefanie und ihre Kumpane im Juni 2020 zum Tatort im Wald, wo das Opfer gequält und am Ende gar gesteinigt wurde.

Wie sicher und überlegen sich die mutmaßlichen Täter gefühlt haben müssen, wird immer deutlicher: So zeigt das Überwachungsvideo einer Tankstelle, wie Stefanie und einer ihrer mitangeklagten Schläger dort seelenruhig Bier trinken.

Mordopfer Dirk W. (†37) starb qualvoll im Wald.
Mordopfer Dirk W. (†37) starb qualvoll im Wald.  © Facebook/privat

Das Video dauert 38 Minuten! In der Zeit müssen laut Ermittlungen die anderen Täter und das Opfer draußen im Auto von Stefanie gewesen sein. Ohne dass Dirk W. eine Chance gehabt hätte, zu fliehen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Ove Landgraf

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