Rabiates Räuber-Trio vor Gericht: Sie beklauten Kellner, Sarrasani und Polizisten

Dresden - Verhandeln bis der Arzt kommt. Am Landgericht Dresden wurde am Dienstag ein Prozess gegen ein rabiates Trio aus Riesa abgebrochen. Ein Angeklagter klagte plötzlich über massive Herzprobleme und kam ins Krankenhaus.

Stefan G. (34) droht jetzt sogar die Unterbringung.
Stefan G. (34) droht jetzt sogar die Unterbringung.  © Peter Schulze

Von Juli bis November 2019 hielten Stefan G. (34), Patrick F. (25) und Maria L. (29) die Polizei auf Trab. Zwischen Dresden und Riesa machte das Trio nur Ärger, was die zwei Dutzend Vorwürfe belegen: In einer Kneipe tankten sie scheinheilig Cola, spionierten so aus, wo die Kellnerbörsen deponiert werden, um sie dann zu klauen. 

Aus einem Tierheim, das per Google ausgekundschaftet wurde, klauten sie Geld. Aus einer Gärtnerei verschwand ein Tresor. In Dresden stahl die Bande nachts aus dem Büro vom Zirkus-Varieté Sarrasani über 2 500 Euro.

Patrick, stets mit Nothammer unterwegs, schlug an Autos Scheiben ein, um Geld, Dokumente und Technik zu klauen. Dabei verschwand aus einem Audi gar ein Polizeidienstausweis! 

Wurden die Täter erwischt, wurde es rabiat. Besonders Stefan, der einen Widersacher auch per Blumentopf schlug, griff dann zum Pfefferspray.

Maria L. (29) soll bei der Bande mitgemischt haben.
Maria L. (29) soll bei der Bande mitgemischt haben.  © Peter Schulze
Patrick F. (25, r.) wurde vom eigenen Mitangeklagten durch Riesa gehetzt.
Patrick F. (25, r.) wurde vom eigenen Mitangeklagten durch Riesa gehetzt.  © Peter Schulze

Herzschmerz sorgt für Prozessabbruch

Mittags kam dann der Notarzt und nahm Stefan G. nach einer Herzattacke im Haftkeller mit ins Krankenhaus.
Mittags kam dann der Notarzt und nahm Stefan G. nach einer Herzattacke im Haftkeller mit ins Krankenhaus.  © Peter Schulze

Als Patrick ihn bei der Polizei verpfiff, hetzte Stefan ihn zur Strafe durch Riesa, forderte 1000 Euro Strafgeld. Weil Patrick kein Geld hatte, bot er aus Angst an, eine Bäckerei zu knacken. Das verhinderte allerdings die Polizei.

Weil Stefan aggressiv und unter Drogen (Crystal) handelte, droht ihm nun eine Einweisung in die Psychiatrie. Derzeit sitzt er in U-Haft, wo er ob seines Verhaltens Medikamente zur Ruhigstellung bekam. Offenbar zu viel. Er wirkte im Prozess extrem matt, schwer atmend, zeitverzögert und japste: "Mich strengt das hier alles an." Im Haftkeller dann klagte er so sehr über Herzschmerzen, dass der Notarzt gerufen wurde. 

Der Patient kam in die Klinik. Prozess vorerst unterbrochen.

Titelfoto: Peter Schulze

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