Raffinierte Kindersitz-Masche: Stammkunde klaut sich durch die ATU-Filialen!

Dresden - Der Trick mit der Kindersitz-Masche! Adrian B. (35) klaute an einem Vormittag in sechs ATU-Filialen im Großraum Dresden Technik für rund 6000 Euro.

ATU-Stammkunde Adrian B. (35) legte vor Gericht ein reuevolles Geständnis ab.
ATU-Stammkunde Adrian B. (35) legte vor Gericht ein reuevolles Geständnis ab.  © Peter Schulze

Nun war Prozess am Amtsgericht gegen den Logistiker, der von den Autoschraubern höchstselbst zur Strecke gebracht wurde.

"Es war unglaublich dumm und nur der Spielsucht geschuldet", so Adrian B., der unumwunden alle Taten zugab. Nach Hauskaufschulden und Trennung der Freundin war der Schichtarbeiter ins Zocken abgedriftet, brauchte dafür Geld.

Und so besuchte er ATU-Filialen zwischen Freital und Riesa, ließ sich zum Thema Kindersitz beraten und gab an, "noch auf Frau und Kind zu warten". Die kamen nicht, aber Adrian räumte Technik und Navis aus Regalen, zog zur nächsten Filiale.

"Das war ein ganz gepflegter Mann", so eine Mitarbeiterin, die später ein internes Warn-Rundschreiben bekam. "Ich lief sofort zum Regal mit den Navis und da fehlte einiges ..." Einen Monat später zog Adrian die Nummer in Speyer durch - und flog auf. Er wurde erwischt, floh im BMW.

Die ATU-Mitarbeiter gaben sein Kennzeichen in ihr System ein. Und siehe: Der Dieb war registrierter Kunde! Zeitgleich ermittelte die Polizei den Mann bei eBay. Denn unter seinem eigenen Namen bot er die Beute zum Verkauf im Netz an.

Adrian plant mehr mit seinem Leben: Richterin wünscht alles Gute

Auch diese Filiale in Dresden-Nickern wurde seinerzeit vom Technik-Dieb heimgesucht.
Auch diese Filiale in Dresden-Nickern wurde seinerzeit vom Technik-Dieb heimgesucht.  © Peter Schulze

Adrian saß eine Woche in U-Haft und riss sich seither schwer am Riemen: "Ich hatte in der Woche wirklich Angst, alles in meinem Leben zu verlieren. Ich war zur Therapie, spiele nicht mehr. Ich nahm einen Nebenjob an, um ATU den Schaden zu ersetzen. Jetzt will ich mich im Job weiterbilden."

Dafür hatte sogar die Richterin lobende Worte: "Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg", sagte die Juristin und setzte die ausgeurteilten 22 Monate Haft zur Bewährung aus. 

Titelfoto: Peter Schulze

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