Flucht mit Tempo 200! Nagelgurt stoppt Kippen-Schmuggler

Görlitz - Patryk O. (32) schmuggelte ständig unversteuerte Glimmstängel im Ford von Polen nach Deutschland. Er machte sogar weiter, nachdem er erwischt wurde! Nun ist Schluss mit lustig: Der polnische Kneipier sitzt auf der Anklagebank im Amtsgericht Görlitz.

Patryk O. (32) auf der Anklagebank in Görlitz im Gespräch mit seiner Anwältin.
Patryk O. (32) auf der Anklagebank in Görlitz im Gespräch mit seiner Anwältin.  © kmk

Im Mai dieses Jahres entdeckte eine Streife den Galaxy auf der B 115, wollte ihn kontrollieren. Doch Patryk, der 899 Stangen Zigaretten an Bord hatte, gab Gas.

Mit bis zu 200 km/h raste er Richtung Weißkeißel. Dort rollte ein Bundespolizist einen Nagelgurt aus. Der Beamte konnte sich nur durch einen Sprung zur Seite vor dem heranrasenden Ford retten.

Natürlich hatte der Wagen nach dem Nagelgurt "Plattfüße". Patryk rannte weg, versteckte sich unter einer Kiefer. Vergeblich. Er kam in U-Haft. Und diesmal blieb er dort.

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Denn die Bundespolizei hatte den Kneipier schon im Juli 2020, ebenfalls per Nagelgurt, gestoppt. Damals hatte er 200.000 Glimmstängel im Auto.

Er kam in U-Haft, wurde aber wieder freigelassen - und schmuggelte weiter.

Mehr als 980.000 Zigaretten geschmuggelt

Bereits im Juni 2020 hatte die Polizei den Kneiper mit dieser Fuhre Zigaretten gestoppt.
Bereits im Juni 2020 hatte die Polizei den Kneiper mit dieser Fuhre Zigaretten gestoppt.  © Hauptzollamt Dresden

"Ich hatte Geldnot", erklärte Patryk nun dem Richter. "Ich hatte Schulden und wegen Corona war meine Bar zu ..." Und so fuhr er mit der heißen Ware stets nach Deutschland auf einen Parkplatz, ging spazieren. Kam er zurück, war das Auto leer und im Handschuhfach lag sein Lohn - immer 500 Zloty (rund 100 Euro).

Auf diese Weise, so der Vorwurf, schmuggelte Patryk mehr als 980.000 Zigaretten. Allein der Steuerschaden liegt bei 157.000 Euro. Urteil folgt.

Titelfoto: Montage: Hauptzollamt Dresden, kmk

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