Rentner um 4300 Euro erleichtert: Vorsicht, wenn diese Frau bei Euch klingelt!

Dresden - Er nahm den Kummer über das verlorene Geld mit ins Grab. Fiese Betrüger hatten dem Dresdner Werner K. (†85) über 4000 Euro abgeschwatzt. Doch der Senior hatte zumindest eine Täterin auf Fotos der Polizei wiedererkannt. Den Prozess gegen Barbara K. (48) erlebte Werner K. leider nicht mehr. Er starb Anfang des Jahres. Die Betrügerin aber wurde am Dienstag vom Amtsrichter verurteilt.

Betrügerin Barbara K. (48) schwieg zu allen Vorwürfen. Verurteilt wurde sie dennoch.
Betrügerin Barbara K. (48) schwieg zu allen Vorwürfen. Verurteilt wurde sie dennoch.  © Steffen Füssel

Laut Anklage war Barbara mit ihren Brüdern und Schwestern bei Werner K. in Übigau aufgekreuzt. Sie erzählten, sie wollten ein Geschäft in Pirna eröffnen, die Ware für 300.000 Euro würde in einem Container sein. Der müsste beim Zoll ausgelöst werden, aber dafür fehle das Geld. 

Der hilfsbereite Rentner gab 400 Euro, bekam als "Pfand" Videokamera, Messerset, Rasierer und einen Teppich. "Alles Ramsch", so der Ermittler, der später mit dem Senior sprach, als er sich endlich der Polizei offenbarte.

Denn bei den 400 Euro blieb es nicht. Immer wieder baten Barbara und ihr Trupp um Geld. Werner K. geriet deshalb sogar auf dem Konto ins Minus. 

Außerdem meldete sich bei ihm am Telefon ein "Zollbeamter", der ihm erklärte, dass noch weitere 6000 Euro fällig wären. Dafür nahm der Senior gar einen Kredit auf.

"Weil er uns darüber informierte, warteten wir gemeinsam auf die Betrüger in der Wohnung", so der Beamte. Zum Zugriff kam es aber nicht. Denn die ausgebufften Täter observierten offenbar ihrerseits das Haus von Opa Werner. 

Bewährungsstrafe für die gebürtige Polin

Denn ein angeblicher Polizist rief an und bat den Senior, mit "seinem Kollegen" sprechen zu können. Als der Senior den Hörer übergeben wollte, war für die Täter klar, dass die echte Polizei im Haus ist. Sie meldeten sich nie wieder...

Dafür wurde ermittelt: Fahnder aus Berlin schickten Fotos von bereits bekannten Tätern, die mit derlei Maschen überall agieren. "Herr K. hat die Angeklagte eindeutig erkannt", so der Polizist. Gegen Barbara K. gab es bundesweit sechs Ermittlungsverfahren in selber Sache und am Teppich fand sich ihre DNA.

Für den Richter genug Indizien, Barbara K. zu 18 Monaten Haft zu verurteilen. Die Strafe wurde zwar zur Bewährung ausgesetzt. Aber sie muss auch die über 4000 Euro zurückzahlen. Sichtlich erschrocken nahm die gebürtige Polin, die zu all den Vorwürfen schwieg, das Urteil entgegen. Rechtskräftig ist es noch nicht. 

Titelfoto: Steffen Füssel

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