Schlangenlinien gefahren und 3,17 Promille im Blut: Suff-Polizist ist sich keiner Schuld bewusst

Meißen - Ein torkelnder Mann steigt an der Tankstelle in Radebeul ins Auto und fährt in Schlangenlinien davon. Zeugen geben die Autonummer an die Polizei durch. Als die Beamten den Halter aufspüren, staunen sie nicht schlecht: Es ist ein Kollege (29) aus dem Polizeirevier Meißen. Der Vorgang wird jetzt am Amtsgericht verhandelt.

3,17 Promille! Am Amtsgericht Meißen kämpft ein Polizist um seinen Führerschein.
3,17 Promille! Am Amtsgericht Meißen kämpft ein Polizist um seinen Führerschein.  © Ove Landgraf

Die Blutalkoholprobe, der sich der Polizist auch noch kurz durch einen Fluchtversuch zu entziehen hoffte, ergab 3,17 Promille! 

Gegen den Strafbefehl und den Führerscheinentzug legte er Einspruch ein, deshalb die Verhandlung.

Wie so oft in diesen Fällen geht die Verteidigung auf "Nachtrunk" - der Verdächtige will erst nach der Ankunft daheim eine Flasche Wodka gestürzt haben. 

Um die Glaubwürdigkeit zu prüfen, soll nun ein Begleitstoff-Gutachten angefertigt werden. 

Meißens Amtsgerichts-Direktor Michael Falk: "So kann festgestellt werden, ob reiner Alkohol wie Wodka oder Getränke mit Fuselalkoholen aufgenommen wurden."

Unmittelbar nach dem Vorgang soll dem Polizisten, der noch nicht verbeamtet ist, der Zugang zu seiner Dienstwaffe entzogen worden sein. 

An der Tankstelle holte er sich Nachschub und wurde dort beim Torkeln beobachtet.
An der Tankstelle holte er sich Nachschub und wurde dort beim Torkeln beobachtet.  © Steffen Füssel

Mit Blick auf das laufende Verfahren will man sich bei der Polizeidirektion noch nicht über dienstrechtliche Konsequenzen äußern. Das Urteil fällt voraussichtlich in der letzten Augustwoche.

Titelfoto: Steffen Füssel

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