Selbstjustiz in der engen Gasse: Jetzt muss der Rüpel-Fahrer (72) laufen

Riesa - Erst mit dem Kia in die enge Straße, dann mit dem Rad zur Amtsrichterin. So war die Konsequenz für Horst Arndt S. (72), dem nach einem "Fahrmanöver" in Mai der Führerschein entzogen wurde. Er hatte im Streit um die Vorfahrt den "Gegner" auf die Haube genommen. Jetzt war Prozess in Riesa.

Seit dem Vorfall im Mai ist Horst Arndt S. (73) nur noch mit dem Rad unterwegs. So kam er auch ins Amtsgericht Riesa.
Seit dem Vorfall im Mai ist Horst Arndt S. (73) nur noch mit dem Rad unterwegs. So kam er auch ins Amtsgericht Riesa.  © Peter Schulze

An jenem Vormittag fuhr der Senior durch die Wismarer Straße. In seiner Fahrtrichtung parkten Autos, für zwei Fahrzeuge nebeneinander war kein Platz. "Ich fuhr hinter einem Taxi her, nachdem ich ausgeparkt hatte", so der Rentner. "Plötzlich kam ein Caddy von vorne und stoppte knapp vor mir." In dem saß Markus H. (34), dem kurz danach zwei weitere Fahrzeuge folgten.

Dann herrschte Stillstand. Denn der Kia-Fahrer weigerte sich, trotz Zuredens aller Autofahrer, zurückzufahren. Also beriet sich Markus H. mit den anderen auf dem Gehweg, ob die Polizei zu rufen ist.

"Da heult ein Motor auf und ich sehe, wie der Kia auf mich zukommt", sagte der Caddy-Fahrer, der von dem Kia auf dem Gehweg auf die Haube genommen wurde.

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Markus H. wurde am Knie leicht verletzt, Brille und ein Schuh flogen davon. Die anderen Personen sprangen zur Seite. "Und dann fuhr der Kia einfach weg", so die Zeugen unisono.

Horst Arndt S. schüttelte den Kopf: "Ich wich auf den Fußweg aus, damit sie wegfahren können. Ich stand, hatte die Handbremse gezogen. Der Caddyfahrer kam auf mich zu und sprang mit einer Drehung auf die Haube", beteuerte der Rentner, der seit 50 Jahren den Führerschein hat. Weil Markus H. danach an der Kia-Tür gerissen haben soll, sei er in Panik davongefahren.

Richterin verurteilte den Rüpel-Senior zu einer Geldstrafe

Opfer Markus H. (34) wurde vom Kia des Rentners auf die Haube geladen.
Opfer Markus H. (34) wurde vom Kia des Rentners auf die Haube geladen.  © Peter Schulze
Auf der engen Wismarer Straße kam es zum "Duell".
Auf der engen Wismarer Straße kam es zum "Duell".  © Peter Schulze

Die Richterin glaubte den Zeugen und verurteilte den Senior zu einer Geldstrafe von insgesamt 3600 Euro. Außerdem bleibt der Führerschein weitere zwölf Monate eingezogen.

Titelfoto: Peter Schulze

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