Streit eskalierte: Mercedes-Fahrer jagte Radler durch die Neustadt

Dresden - Was für ein Wahnsinn! Weil er zwei Radler zur Rede stellen wollte, jagte Thomas L. (34) zwei Radlern über die Alaunstraße mit seinem Mercedes hinterher, über 200 Meter - und das rückwärts. Die Strafe dafür wollte er jedoch nicht zahlen. So kam es am Mittwoch zum Prozess.

Thomas L. (34) bretterte mit dem Mercdes rückwärts durch die halbe Neustadt.
Thomas L. (34) bretterte mit dem Mercdes rückwärts durch die halbe Neustadt.  © Montage: Steffen Füssel, Thomas Türpe

Am 12. Januar 2020 eskalierte es: In der Neustadt war Thomas L. in der Alaunstraße unterwegs, kam dabei zwei Radlern (29, 31) sehr nah.

Aus seiner Sicht trat der 29-Jährige ihm gegen den Spiegel, aus Sicht des Radlers wurde er von dem Spiegel gestreift. Was dann geschah, ist kaum zu fassen:

Die Radler fuhren weiter Richtung Bautzner Straße, Thomas L. jedoch auch, und das rückwärts! Erst auf der Bautzner Straße drehte er seinen Wagen, jagte ihnen nun vorwärts hinterher in die Glacisstraße. Auf Höhe des "Kleinen Hauses" drängte er sie auf den Fußweg, es kam zu Drohungen und Beleidigungen.

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Eigentlich hätte Thomas L. zufrieden sein können. Er bekam zunächst einen Strafbefehl wegen Nötigung und Bedrohung, wäre so mit 45 Tagessätzen zu je 30 Euro und einem Monat Fahrverbot davongekommen.

Das Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr war eingestellt worden. Vor Gericht bestritt er nun die Rückwärtsjagd, will vorwärts über Katharinen- und Königsbrücker Straße gefahren sein.

Der Richter glaubte jedoch eher den Zeugen. Nun war der gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr wieder im Spiel. Urteil: 60 Tagessätze zu je 60 Euro, außerdem zwei Monate Fahrverbot.

Titelfoto: Montage: Steffen Füssel, Thomas Türpe

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