Streit um Essen und Erziehung: Mann stach seine Freundin nieder

Dresden - Im Streit um die Erziehung des Sohnes (11) stach Robert W. (49) seine Lebensgefährtin Irina R. (45) nieder. Die Verkäuferin starb. Jetzt wird gegen den Betriebswirt am Landgericht Dresden wegen Totschlags verhandelt.

Robert W. (49) verletzte seine Frau mit einem Küchenmesser so schwer, dass sie an den Verletzungen starb.
Robert W. (49) verletzte seine Frau mit einem Küchenmesser so schwer, dass sie an den Verletzungen starb.  © Peter Schulze

"Ich wusste sofort, was ich getan habe", so der Angeklagte unter Tränen. "Aber ich weiß bis heute nicht, wieso und warum." 

An jenem Samstagabend, beide hatten schon etwas getrunken, gab es Streit. Sie schimpfte, weil der Junior nicht das von ihr vorbereitete Essen zu sich nahm, stattdessen nur Chips aß. 

Und statt für die Schule zu lernen, hatte Robert nicht nur stundenlange Computerspiele zugelassen, sondern dem Sohn auch noch erlaubt, erst 22 Uhr ins Bett zu gehen.

"Sie war sehr aufbrausend und impulsiv", sagte Robert. "Es dauert lange, ehe ich böse bin, aber dann beruhige ich mich auch nicht so schnell." 

Konfliktlösung war in der Partnerschaft eher schwierig. "Einer hatte immer Recht. Es lenkte nie einer ein." 

Das führte dazu, dass sich die Fronten verhärteten: Er schlief im Arbeitszimmer, gab seine Wäsche in die Reinigung, der Kühlschrank war in eigene Abteile gegliedert.

Es kam wieder zu heftigem Streit

Das gemeinsame Haus in Nickern wurde inzwischen verkauft.
Das gemeinsame Haus in Nickern wurde inzwischen verkauft.

"Aber seit Februar war alles wieder gut, wir näherten uns wieder an, machten Dinge gemeinsam. Ich dachte, es funktioniert wieder", so der Angeklagte. 

Doch dann kam es zu dem erneuten heftigen Streit. Mit einem Messer (20 Zentimeter Klinge) stach er Irina in den Bauch. Auch sieben Operationen konnten sie nicht retten. "Zwölf Tage später ist sie eingeschlafen", weinte der Robert W., der bisher weder Vorstrafen hatte noch sonst irgendwie auffällig war. 

Urteil folgt.

Titelfoto: Peter Schulze

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