Suff-Raser will in die Kneipe, nicht in den Knast: Urteil für den Koch, der die Krankenschwester totfuhr

Pirna - Der sinnlose Tod von Krankenschwester Aline D. († 20) beschäftigte am Donnerstag erneut die Justiz. Unfallverursacher Nico P. (45) kämpfte zum wiederholten Mal darum, nicht in den Knast zu müssen. Doch zum dritten Mal in Folge wurde er zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Nico P. (45) hoffte vergeblich auf eine Bewährungsstrafe.
Nico P. (45) hoffte vergeblich auf eine Bewährungsstrafe.  © Steffen Füssel

Im Oktober 2018 saß der Koch mit 1,2 Promille am Steuer seines Renaults. Er kam vom elterlichen Restaurant in Dohna, wollte heim. "Ich trank schon im Lokal", so der Angeklagte. 

Sonst hätte er nie im Dienst getrunken, aber an dem Tag seien Arbeitspensum und private Probleme "wie eine Welle" über ihm zusammengeschlagen.

Der Koch raste mit über 100 km/h, überholte mehrfach rasant. So auch an einer Kuppe bei Lohmen, trotz Überholverbot. 

Aline, im Mazda auf der Gegenspur, hatte nicht den Hauch einer Chance. Ihr Wagen wurde zertrümmert, die junge Frau war sofort tot.

"Ich denke täglich an den Unfall", sagte Nico. "Ich übernehme die volle Verantwortung." 

Doch dafür in den Knast gehen, wollte der bisher Unbescholtene nicht. Er leide auch unter dem Unfall, war ebenso ein Argument, wie der "Fachkräftemangel". 

Er sei der einzige Koch in der Kneipe der Eltern, sei sozusagen unabkömmlich ...

Aline (†20) wurde bei dem Unfall getötet.
Aline (†20) wurde bei dem Unfall getötet.  © privat
Die S 165 bei Lohmen glich an jenem Abend einem Trümmerfeld.
Die S 165 bei Lohmen glich an jenem Abend einem Trümmerfeld.  © Marko Förster

Richter Jürgen Scheuring (52) aber bestätigte das Urteil seiner Kollegen: "Sie haben sich sehr schuldig gemacht. Und als Sie an dem Tag angefangen haben zu trinken, wussten Sie, dass Sie noch heimfahren müssen. Sie hatten in der Kneipe keine Möglichkeit zu übernachten. Sie haben dennoch getrunken ..."

Titelfoto: privat, Marko Förster, Steffen Füssel

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