Tödlicher Unfall auf der A4: Beifahrer stirbt, Arbeitskollege muss vor Gericht

Dresden - Eine Sekunde kann über Leben und Tod entscheiden - vor allem im Straßenverkehr. Diese bittere Erfahrung musste auch Thomas G. (50) machen. Auf der A4 bremste der Fensterbauer zu spät, kollidierte mit einem Lastwagen. Weil sein Beifahrer bei dem tragischen Crash starb, musste er sich jetzt wegen fahrlässiger Tötung vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

Die Anklage gegen Thomas G. (50) wurde gegen Zahlung einer Geldstrafe vorläufig eingestellt.
Die Anklage gegen Thomas G. (50) wurde gegen Zahlung einer Geldstrafe vorläufig eingestellt.  © Holm Helis

"Es ging alles ganz schnell", so der Angeklagte. Gegen 7 Uhr fuhr Thomas mit seinem Kollegen im Juli 2018 mit Tempo 80 auf der A4 Richtung Eisenach.

Auf Höhe Dresden-Hellerau bremste ein vorausfahrender Lastwagen abrupt ab. "Ich habe gemerkt, dass es nicht mehr reicht", berichtet der Familienvater. "Und im Bruchteil einer Sekunde entschieden, links vorbeizuziehen."

Das Todesurteil für seinen Arbeitskumpel Janek (63), der auf dem Beifahrersitz schlief. Der Mercedes-Sprinter streifte den Laster im Vorbeifahren, Fenster und Türen der rechten Fahrzeugseite wurden komplett abgerissen.

Janek hatte keine Chance - Janek starb noch am Unfallort.

Angeklagter zahlt Geldstrafe

Tödlicher Unfall auf der A4 die Dresden: Die rechte Seite des Sprinters wurde bei der Kollision komplett zerstört - Beifahrer Janek (†63) hatte keine Chance.
Tödlicher Unfall auf der A4 die Dresden: Die rechte Seite des Sprinters wurde bei der Kollision komplett zerstört - Beifahrer Janek (†63) hatte keine Chance.  © Roland Halkasch

"Es tut mir in der Seele weh und hängt mir immer noch nach", beteuert Thomas mit gebrochener Stimme. "Ich habe meinen Kollegen sehr gemocht und alles menschenmögliche getan, um den Unfall zu verhindern."

Laut Gutachten der DEKRA hätte Thomas, der ohne Verletzungen davon kam, nur eine Sekunde früher reagieren müssen, um noch rechtzeitig am Laster vorbeizuziehen.

Weil sich der Vielfahrer aus Guben bisher nie etwas zu schulden kommen ließ, wurde die Anklage vorläufig gegen Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro eingestellt.

Die Summe geht an Ärzte ohne Grenzen.

Titelfoto: Roland Halkasch, Holm Helis

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