Krankenpflegerin im Suff getötet: Totraser will neuen Prozess

Dresden - Das juristische Gezerre um Todesfahrer Nico P. (42) geht in die nächste Runde! Zum dritten Mal soll der Fall verhandelt werden. Das ordnete jetzt das Oberlandesgericht (OLG) an. Denn der Koch will unbedingt Bewährung.

Nico P. (42) hofft auf eine Bewährungsstrafe.
Nico P. (42) hofft auf eine Bewährungsstrafe.  © Steffen Füssel

Die Staatsstraße 165 glich im Oktober 2018 einem Schlachtfeld. 

Hinter Lohmen (Sächsische Schweiz) war Nico P. auf dem Heimweg von der elterlichen Kneipe mit seinem Renault in den Mazda von Krankenpflegerin Aline D. (20) gerast. 

Der Koch hatte 1,2 Promille und überholte trotz Verbots an der Stelle mit 100 km/h. Aline hatte keine Chance, war sofort tot.

Der Amtsrichter in Pirna hatte den Unfallverursacher trotz Geständnis, Reue und leerem Strafregister zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. 

"Eine Bewährung wäre für die Bevölkerung völlig unverständlich", begründete er.

Doch der Totraser ging in Berufung, kämpfte um Bewährung. 

Auch weil "wegen des Fachkräftemangels" seine Eltern in ihrer Kneipe sonst ohne Koch dastünden. 

Die Richterin am Landgericht, die den Fall im Dezember 2019 auf dem Tisch hatte, bestätigte das "sehr gut begründete Urteil" aus Pirna und verurteilte Nico erneut zu einer Haftstrafe.

Die Polizei am Tatort: Mit 1,2 Promille und 100 km/h war der Angeklagte ins Auto von Aline D. (†20, F.r.) gerast.
Die Polizei am Tatort: Mit 1,2 Promille und 100 km/h war der Angeklagte ins Auto von Aline D. (†20, F.r.) gerast.  © Marko Förster

Prompt legte der Koch Revision am OLG ein. Der Senat prüfte die Akten und ordnete jetzt an, dass der Fall noch einmal am Landgericht Dresden verhandelt werden soll. Der Prozesstermin steht noch nicht fest. 

Titelfoto: Steffen Füssel

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