Urlauber war als Geldwäscher in Dresdens Ferienwohnungen zu Gast

Dresden - Im Urlaub mal ausgiebig shoppen. Nach dem Motto agiert offenbar eine internationale Bande. Sie bucht sich über ein Online-Portal in Ferienwohnungen ein und lässt sich dorthin alles Mögliche liefern. Bezahlt wird nie. Und wenn die Sache auffliegt, sind die "Urlauber" schon weitergezogen.

Mikhail V. (41) lebten in Ferienwohnungen, war aber alles andere als ein Urlauber.
Mikhail V. (41) lebten in Ferienwohnungen, war aber alles andere als ein Urlauber.  © Norbert Neumann

Allein in Dresden soll Bandenmitglied Mikhail V. (41) so innerhalb von vier Wochen Waren für 102. 000 Euro ergaunert haben. Jetzt ist Prozess am Landgericht.

Eigentlich war der IT-Fachmann im letzten Sommer wohnungslos. Aber er hatte in Dresden drei Adressen. Wohnungen in der Altstadt, in Pieschen und in der Neustadt, die er über ein Online-Portal für private Ferienwohnungen buchte. Dorthin ließ die Bande massenhaft Waren liefern. 

Mit geklauten Daten ahnungsloser Kunden. Bis zu zwölf Pakete pro Tag nahm "Urlauber" Mikhail entgegen und schickte die insgesamt 202 Sendungen sofort weiter. Nach Rumänien, Lettland, Ukraine, Russland. 

Laut Gesetz ist das 202-fache Geldwäsche!

Bande war in ganz Deutschland verteilt

Gekauft wurde alles: Babyklamotten, Kniebandagen, Hochdruckreiniger, Computertechnik, Handys, Staubsauger und immer wieder Blutzuckermessgeräte. 

Der Trick funktionierte offenbar bundesweit. So wird gegen den Angeklagten noch in Frankfurt/Main, Wiesbaden und Stuttgart ermittelt. 

Immerhin: Mikhail V. kündigte ein Geständnis an. 

Urteil folgt.

Titelfoto: Norbert Neumann

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