Während der Junge schläft: Vater verbrüht Sohn mit kochendem Wasser

Dresden - Es war ein Albtraum, den der kleine Aabid* (13, *Name geändert) einen Tag vor seinem Geburtstag erleben musste: Mahmoud S. (38) übergoss ihn mit kochendem Wasser, drohte ihm gar mit dem Tod.

Mahmoud S. (38) legte ein Geständnis ab, hört angeblich Stimmen im Kopf.
Mahmoud S. (38) legte ein Geständnis ab, hört angeblich Stimmen im Kopf.  © Peter Schulze

Der Syrer bestreitet die Attacke vor dem Dresdner Landgericht gar nicht. Nun muss aber geklärt werden, ob nicht psychische Probleme dafür verantwortlich waren.

An jenem April-Tag endete die Mittagsruhe in einer Wohnung an der Budapester Straße abrupt: Während seine Frau im Schlafzimmer, der Sohn auf der Stubencouch schlief, schloss Mahmoud S. die Schlafzimmertür ab. Dann stellte er den Wasserkocher an, übergoss mit dem heißen Wasser seinen schlafenden Sohn.

Der Junge erlitt Verbrühungen zweiten Grades an beiden Oberschenkeln und dem rechten Unterschenkel. Laut Anklage war es damit aber noch nicht vorbei: Aabid soll von der Couch zur abgeschlossenen Schlafzimmertür gerannt sein und versucht haben, seine Mutter zu befreien.

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Da wiederum, so der Staatsanwalt, packte ihn der Vater am Hals und drohte ihm, dass er sterben werde.

"Es hat alles stattgefunden wie hier dargestellt", gestand Mahmoud unter Tränen. "Ich glaube bis jetzt nicht, was passiert ist."

Der Syrer gab an, schon länger Stimmen im Kopf zu hören. In Briefen hat er bereits Sohn und Frau um Vergebung gebeten: "Er wird dir verzeihen, wenn du dich behandeln lässt", so die Antwort der Mutter Ende August.

Das Gericht muss nun klären, was tatsächlich zu der Attacke geführt hat. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Peter Schulze

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