Weil er keinen Führerschein hatte: Chauffeure fuhren Autodieb zur Beute

Dresden - Er suchte sich seine "Mitarbeiter" selbst, hatte einen Chauffeur, weil er keinen Führerschein besitzt, und sämtliche Arbeitsmittel bestellte er im Internet. Diese Angaben stammten nicht von einem Firmenchef, sondern von einem mutmaßlichen Autodieb! Im Prozess gegen Pawel K. (25) sagte jetzt die Ermittlungsführerin vom LKA aus. Ihr hatte der Pole in der Vernehmung von seinem "Job" erzählt.

Am Landgericht Dresden läuft derzeit der Prozess gegen Pawel K. (25), der laut LKA freizügig über seinen "Job" plauderte.  © Norbert Neumann

"Er sagte, sein Auftraggeber sei ein Ukrainer", referierte die Hauptkommissarin. Pawel ließ sich demnach im Fiesta seiner Ex von "Mitarbeitern" an die späteren Tatorte nach Sachsen fahren. Klau-Werkzeug (zu programmierende Nachschlüssel) bestellte er im Netz.

Die Autos wurden aufgeschlossen, über Liberec und Prag nach Polen und von dort in die Ukraine gefahren. Auf diese Weise verschwanden ab August 2025 sieben Wohnmobile und Transporter in Dresden und Umgebung.

Aber unbeobachtet blieben die Täter nicht. Regelmäßig treffen sich die Fahnder der Soko Kfz mit Kollegen aus Polen, Tschechien und benachbarten Bundesländern.

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Ende September 2025 berichtete die Kommissarin bei so einem Arbeitstreffen von den aktuellen Diebstählen. Prompt legten die Tschechen Blitzerfotos und Registrierungen der entsprechenden Fahrzeuge auf ihren Autobahnen vor. Auch der blaue Fiesta wurde dabei als sogenanntes Begleitfahrzeug identifiziert.

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Keine 24 Stunden später klickten in Tschechien die Handschellen. Da fuhren Pawel und zwei "Mitarbeiter" gerade mit einem in Dresden geklauten Renault Master über die dortige Autobahn.

Im Prozess schweigt Pawel nun. Urteil folgt.

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